Ob auf dieser mehrspurigen Straße in Degerloch je ein Kind gespielt hat? Foto: David Scheu

Ein Banner an der Löffelstraße in Stuttgart-Degerloch gibt Rätsel auf. Es weist auf spielende Kinder hin. Allerdings: Es hängt über einer mehrspurigen Straße. Der Ideengeber klärt auf.

Degerloch - Der eine oder andere Autofahrer dürfte in den vergangenen Tagen bei der Einfahrt nach Stuttgart von Süden kommend verwundert die Augenbrauen nach oben gezogen haben: Seit Kurzem hängt am Ortseingang von Degerloch auf Höhe des Parkhauses Albstraße in beiden Fahrtrichtungen ein Brückenbanner mit der Aufschrift „Bitte Vorsicht. Kinder spielen auf der Straße“. Und das an einer Stelle, an der vermutlich noch nie ein Kind je gespielt hat: An der Ortsausfahrt ist die Straße an dieser Stelle dreispurig, in Fahrtrichtung Ortsmitte sogar vierspurig.

Die Banner sind Teil der Kampagne „Platz da! Für Spiel und Bewegung“, welche die Abteilung Kinderbüro der Stadt Stuttgart vor Kurzem ins Leben gerufen hat. Hintergrund sind die veränderten Tagesabläufe während der Corona-Pandemie. „Aktuell ist es so, dass mehr Kinder als üblich in der Stadt unterwegs sind, um draußen zu spielen. Dabei halten sie sich auch vermehrt in der Nähe von Straßen auf“, sagt Anna Sendler von der Pressestelle der Stadt Stuttgart mit Blick auf die derzeit eingeschränkten Öffnungszeiten der Einrichtungen und die geringeren Möglichkeiten, die Ferien außerhalb der Stadt zu verbringen.

Für Familien, die von den Corona-Einschränkungen gebeutelt sind

In diesem Zusammenhang seien die Brückenbanner eine begleitende Maßnahme, um Auto- und Fahrradfahrende auf Kinder aufmerksam zu machen. Die Straßenverkehrsbehörde habe die Anbringung von insgesamt 15 Spannbändern an städtischen Brücken genehmigt. Ziel sei eine allgemeine Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer, auch in Degerloch. „Die Banner beziehen sich nicht konkret auf die jeweiligen Straßen, über denen sie hängen“, sagt Anna Sendler, „vielmehr sollen sie die Verkehrsteilnehmenden generell auf die aktuelle Situation aufmerksam machen“.

Darüber hinaus umfasst die Kampagne noch weitere Aktionen. Unter anderem sollen über die Sommermonate als Ergänzung zu den seit 6. Mai wieder geöffneten Spielplätzen im Stuttgarter Stadtgebiet mehrere temporäre Spielflächen eröffnet werden. Eine dieser Flächen organisiert das Kinder- und Jugendhaus Vaihingen auf dem Gelände seiner Einrichtung – an allen Dienstagen im Juli jeweils nachmittags zwischen 14 Uhr und 16.30 Uhr.

Als kinderfreundliche Stadt wollen wir mit diesem Angebot Kindern, Jugendlichen und Familien entgegenkommen, die unter den Corona-Einschränkungen ohnehin sehr zu leiden haben. Die Kinder sollen sich mehr verteilen und Abstand halten können“, sagt Sendler.

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