Wie auch ihre Kollegen waren Tobias Vögtlin, Studioleiter des Tus Fit, und Alisa Kallenberger, Leiterin der Trainingsfläche, die vergangenen Wochen in Kurzarbeit. Foto: Julia Bosch

Seit 2. Juni dürfen Sportstätten wieder öffnen. Doch von Normalbetrieb kann noch keine Rede sein. Im Tus Fit in Stuttgart-Degerloch sind die Fitnesstrainer sogar noch vorsichtiger, als sie sein müssten.

Degerloch - Auf den weißen Bodenmarkierungen vor dem Eingang des Tus Fit auf der Waldau steht am Dienstagvormittag noch niemand Schlange. Und es sind auch nicht alle der 35 Ablageplätze mit Taschen, Wechselklamotten oder Schuhen belegt. Seit Dienstag dürfen die Fitnessstudios in Baden-Württemberg wieder öffnen – allerdings unter strengen Auflagen. So darf je nach Quadratmeteranzahl des Studios nur eine bestimmte Anzahl an Sportlern zeitgleich trainieren.

Es dürften fast doppelt so viele Menschen rein

„Wir dürften sogar 60 Leute reinlassen, aber wollen von Woche zu Woche entscheiden, ob wir die Anzahl erhöhen. Nun fangen wir mit 35 Mitgliedern an“, erläutert Tobias Vögtlin, der Leiter des Fitnessstudios, das zum Degerlocher Sportverein Tus gehört. Dass nicht mehr Personen als erlaubt das Studio betreten, ist dort leicht nachzuvollziehen: Man muss sich mit einer Art Chip ein- und auschecken, außerdem wurden auf der Tribüne im Eingangsbereich genau 35 Plätze durchnummeriert, auf denen die Mitglieder während des Trainings ihre Sachen ablegen können. Denn die Umkleiden bleiben – genau wie Solarium und Sauna – vorerst geschlossen. Einen Mund-Nasen-Schutz muss man nur im Eingangsbereich tragen.

„Als die Verordnung für Sportstätten in Baden-Württemberg rauskam, hatten wir eigentlich schon ein fertiges Konzept, wie wir wieder öffnen können“, sagt Vögtlin. Dadurch, dass andere Bundesländer – etwa Nordrhein-Westfalen – schon früher Fitnesstraining auch in geschlossenen Räumen erlaubt hatten, konnten sich die Trainer an diesen Verordnungen orientieren.

Wenn alles klappt, gibt es bald auch wieder Kurse

Kurse finden beim Tus Fit vorerst noch nicht statt. Wenn aber in den kommenden Wochen alles gut funktioniert, soll es bald auch wieder Bauch-Beine-Po, Rückentraining, Yoga und Co. geben, verspricht Vögtlin. Dafür muss man sich dann vermutlich im Vorhinein anmelden. Sollte sich jemand mit dem Coronavirus infizieren, kann man so lückenlos nachvollziehen, wann wer vor Ort war und die anderen Kursteilnehmer informieren. Wer nur an den Geräten oder im Hantelbereich trainiert, kann einfach kommen.

Doch auch auf der Trainingsfläche ist nicht alles normal. Zwischen den Geräten wurden mindestens 2,50 Meter Abstand geschafft, außerdem steht an jedem Gerät eine Desinfektionsflasche. Was man nicht so einfach desinfizieren kann – etwa Bälle oder Matten – wurde weggeräumt. Die Geräte wurden so ausgerichtet, dass die Atemrichtung der Sportler gegenläufig ist. Zudem bleiben die ganze Zeit die Fenster geöffnet, um die Corona-Übertragungsgefahr durch Aerosole zu verringern.

Nicht länger als 90 Minuten bleiben

Und die Trainer haben noch eine Bitte: „Aus Fairnessgründen sollte man nicht länger als anderthalb Stunden trainieren.“ Weil das Tus Fit aber ein Vereinsstudio sei, sei den Mitgliedern der Fairnesscharakter sowieso nicht fremd, sagt Vögtlin.

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