Die neuen und alten Mitglieder im Bezirksbeirat: Oliver Weiß (v.l.) kommt für die FDP, Ingeborg Laaber für die AfD. Martin Kohler und Ronald Stock hören auf. Foto: Tilman Baur

Bisher war der Sitz der AfD im Bezirksbeirat in Stuttgart-Degerloch leer geblieben, nun ist Ingeborg Laaber angetreten. Außerdem kommt ein Sohn eines SPD-Lokalpolitkers neu in den Bezirksbeirat – jedoch für die FDP.

Degerloch - Die Familie Weiß wird künftig mit zwei Mitgliedern im Bezirksbeirat vertreten sein – allerdings in unterschiedlichen Fraktionen. Seit Dienstag ist Oliver Weiß Teil des Gremiums, der 28-jährige Sohn von SPD-Sprecher Ulrich-Michael Weiß. Weiß junior ist allerdings kein Sozialdemokrat, sondern hat seine politische Heimat bei der FDP gefunden. „Ich habe durch meinen Vater schon früh einen Bezug zur Kommunalpolitik bekommen“, sagte Weiß zur Begrüßung. Nun freue er sich auf die Arbeit in dem Gremium, in dem er zu den jüngeren Mitgliedern gehört.

Weiß folgt dem bisherigen Stellvertreter Martin Kohler. In den vergangenen Jahren habe er einfach zu selten Zeit gehabt, zu den Sitzungen zu kommen, sagte Kohler. Es sei aber wichtig, dass auch die Stellvertreter regelmäßig teilnähmen. „Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Sitz freizumachen.“

Mit 70 Jahren ist Schluss

Rochiert wird auch in der Fraktion der Grünen. Nach fünf Jahren Mitgliedschaft verlässt Ronald Stock den Bezirksbeirat. Die Zeit sei lehrreich gewesen, sagte Stock. „Es hat auch schwierige Zeiten gegeben, die wir aber zusammen überwunden haben“, resümierte er.

In der politischen Arbeit lerne man unter anderem, Konflikte auszuhalten – eine Grundlage der Demokratie. Mit 70 Jahren sei es nun Zeit, zu gehen. Er warb dafür, sich zu engagieren. „Das Amt ist wichtig, und es ist wichtig, dass Menschen für den eigenen Bezirk arbeiten“, so Stock.

Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold bedankte sich bei Stock für die gute Zusammenarbeit, während der man auch persönlich zusammengewachsen sei. Besonderer Dank galt Stocks Wirken im Freundeskreis Degerlocher Flüchtlinge, in dem er von Beginn an mitgewirkt hat. Seine Nachfolgerin Anja Schumann konnte Kunath-Scheffold noch nicht ins Amt einführen, sie war kurzfristig krank geworden.

Die AfD-Frau bringt Parteikollegen mit

Neuigkeiten gibt es indes auch bei der AfD: Mit Ingeborg Laaber nimmt seit Dienstag erstmals die Alternative für Deutschland am Tisch im Bezirksrathaus Platz. Bislang war deren Sitz im Gremium vakant geblieben.

Laaber hatte Parteikollegen zur moralischen Unterstützung mitgebracht. Nötig wären die aber nicht gewesen. Sie wurde freundlich empfangen und beteiligte sich gleich aktiv an der Sitzung. Sie wolle eine gute und konstruktive Zusammenarbeit im Stadtbezirk, sagte Laaber. „Ich denke, das wird klappen.“

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