Wo derzeit die Baugeräte im Einsatz sind, sollen bald schon die Sportler wieder ihrem Spieltrieb nachgehen können. Foto:  

Die Stadt Stuttgart lässt auf dem Gelände des SV Hoffeld derzeit für rund 790 000 Euro das Spielfeld neu bauen. Zur Eröffnung werden die Stuttgarter Kickers antreten.

Degerloch - Genau 60 Jahre ist es her, dass der Tennenplatz des SV Hoffeld im Gebiet Hohe Eiche gebaut wurde. Über Jahrzehnte hinweg hat er den Sportlern gute Dienste geleistet – inzwischen ist er aber Geschichte. Die Deckschicht, die einst auf einer Schotterschicht aufgebracht worden war, wurde abgetragen und entsorgt. Da das einst auf dem Sportplatz verbaute Material aber nicht ganz unbelastet war, konnte es nach Auskunft des Bauleiters der ausführenden Gartenbaufirma Stier nicht einfach auf eine Erddeponie gebracht werden. Es musste speziell entsorgt werden.

Inzwischen ist die Firma Stier mit den Arbeiten für Entwässerung und Kanalisation beschäftigt. Das Projekt liegt nach Auskunft des Bauleiters zeitlich recht gut im Plan. Mitte September sollen die Stahlarbeiten wie die Installation der Ballfangzäune erfolgen, anschließend wird dann der Kunstrasen auf der Fläche verlegt.

Freude auf den neuen Platz

„Wir freuen uns sehr, dass der Platz gebaut wird“, sagt Götz Bräuer, obwohl es derzeit über Kunstrasenplätze mit Granulat eine intensive Diskussion gebe. „Wir sind im Verein der Meinung, dass die Diskussion etwas überzogen ist.“ Sportlich gesehen gebe es für den jetzt im Bau befindlichen Kunstrasenplatz keine Alternative. Der Verein mit seinen rund 1100 Mitgliedern – davon rund 500 Fußballer – habe zudem bereits Erfahrungen gesammelt mit einem seit Jahren genutzten Kunstrasenplatz. „Wir haben natürlich immer mal wieder Granulat in den Schuhen und damit in den Kabinen“, sagt Bräuer. In den vergangenen zehn Jahren habe man aber nur eine überschaubare Menge an Granulat nachfüllen müssen. „Es waren vielleicht zwei Säcke á 50 Kilogramm“, mutmaßt der SV-Vorsitzende.

Dass in einer Stadt wie Tübingen jährlich auf sieben Plätzen rund dreieinhalb Tonnen Granulat nachgefüllt werden müssen, wie es der dortige Oberbürgermeister Boris Palmer ausgeführt hat, versteht Bräuer nicht. Man müsse einen Platz auch entsprechend pflegen, sprich: Granulat von den Randbereichen regelmäßig wieder in die Mitte bringen.

Rasenplatz für Ganzjahresbetrieb nicht geeignet

Mit Interesse beobachte man beim SV Hoffeld weiterhin, welche Alternativen anstelle von Kunstrasenplätzen für die Zukunft entwickelt werden. Klar sei aber auch: Rasenplätze seien für den Ganzjahresbetrieb keine Lösung. Auch sei der Pflegeaufwand enorm. Zumal die Plätze nicht zuletzt von den rund 390 Kindern und Jugendlichen des Vereins recht intensiv in Anspruch genommen würden.

Der etwa 90 mal 60 Meter große Kunstrasenplatz, der anstelle des Tennenplatzes entsteht, wird von der Stadt Stuttgart gebaut. Die Landeshauptstadt investiert dafür rund 790 000 Euro. Aber auch der Verein nimmt Geld in die Hand. Für die Flutlichtanlage, mit dem der Platz künftig in den Abendstunden mit LED-Technik beleuchtet werden soll, wird der Verein rund 70 000 Euro ausgeben. Einen Großteil der Kosten, „so 80 bis 90 Prozent“, wie Bräuer sagt, bekomme der SV Hoffeld über Fördergelder zwar wieder erstattet, „wir müssen aber in Vorleistung gehen.“ Dies sei für den Verein nicht einfach. Trotzdem spiele der Verein ebenfalls mit dem Gedanken, auch die alte Flutlichtanlage am bereits bestehenden Kunstrasenplatz durch eine moderne zu ersetzen – mit stromsparender LED-Technik. Dies werde den Verein weitere 70 000 Euro kosten. Wie man das alles finanziere, sei noch offen. Man werde wohl zu Spenden aufrufen, vielleicht aber auch Darlehen von Mitgliedern aufnehmen.

Offizielle Übergabe des Platzes im Oktober

Die offizielle Übergabe des neuen Platzes plant der SV Hoffeld für Oktober. Was Bräuer freut: Die Stuttgarter Kickers wollen aus diesem Anlass ein Freundschaftsspiel gegen den SV Hoffeld bestreiten. Bis dahin will man auch die Anlage und das Vereinsheim weiter aufhübschen: „Bei uns gibt es einen Herbst- statt einen Frühjahrsputz“, sagt er schmunzelnd.

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