Karl Georg Nörpel, Alexander Veihl und Christian Kampa (von links) wurden alle am 5. Februar geboren. Rosi Schmölz ist zudem der gleiche Jahrgang wie Stuttgarts Wahrzeichen, das am 5. Februar 1956 offiziell eröffnet wurde. Foto: Ralf Recklies

Am 5. Februar, vor genau 63 Jahren, ist der Fernsehturm in Stuttgart eröffnet worden. Wer am selben Tag wie das Wahrzeichen Geburtstag hat, für den gab es heute einen guten Grund, in luftiger Höh’ auf den Freudentag anzustoßen. Wir waren dabei.

Degerloch - Plötzlich erklingt ein Lied: „Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday, lieber Fernsehturm, happy birthday to you“, so schallt es durch die Lüfte, bevor die Gruppe der Sängerinnen und Sänger weiterzieht. Die Klasse 4c der Möhringer Riedseeschule hat dem weithin sichtbaren Bauwerk auf der Waldau just an dessen 63. Geburtstag einen Besuch abgestattet und dem Stuttgarter Wahrzeichen dabei auch gleich ein Ständschen gesungen. Zuvor hatte ein Schüler der Gruppe über den weltweit ersten Fernsehturm seiner Art referiert.

Stopp auf Stuttgart-Fahrt

Anlass dafür war, wie die Lehrerin Esther Reifland erläutert, eine Stuttgart-Fahrt, zu der die Schüler am Dienstag im Beisein ihrer Klassenlehrerin Angela Mettler-Bäcker aufgebrochen waren. Besonders ergreifend war der Augenblick für eine Schülerin der Klasse – „denn ich habe heute ja auch Geburtstag“, sagte das Mädchen mit strahlenden Augen. Schade für das Kind: Obwohl alle am 5. Februar und im Eröffnungsjahr 1956 Geborenen zu einem kostenfreien Besuch des Fernsehturms eingeladen waren, musste die Schülerin am Dienstag unten bleiben. „Wir müssen leider weiter“, sagt die Lehrerin. Denn der Fernsehturm war ja nur eine von mehreren Stationen der Viertklässler auf ihrer Tour.

Aus Schönaich auf die Waldau

Ute Stemmer aus Schönaich war indes alles andere als unter Zeitdruck, als sie am frühen Dienstagnachmittag vor der Kasse am Fernsehturm freudig ihren Personalausweis zückte und dem freundlichen SWR-Mitarbeiter im Eingangsbereich mit ihrem Dokument belegte, dass sie am gleichen Tag geboren ist, wie der Fernsehturm eröffnet wurde – halt zehn Jahre später.

„Ich habe von dem Angebot über eine Freundin erfahren“, sagt Ute Stemmer, die sich mit dem Ausflug zum Fernsehturm ganz spontan selbst beschenkt hat. „Ich habe jetzt einfach den Tag und das schöne Wetter genutzt“, so die 53-Jährige, die auch keinen Versuch unternommen hat, andere im Schlepptau mit zum Fernsehturm zu nehmen. „Das ist jetzt einfach mal für mich“, sagte die Schönaicherin, die sich auch darüber freute, dass sie sich im Turmrestaurant an einem Stück Kuchen und einem Getränk laben durfte, freilich auf Kosten des Hauses.

Nicht zum ersten Mal auf dem Fernsehturm

Auch Karl Georg Nörpel nutzte die Gelegenheit, an seinem Geburtstag hoch hinauf zu fahren. „Ich bin allerdings fünf Jahre älter als der Turm“, sagte der Ludwigsburger, der nicht zum ersten Mal das Stuttgarter Wahrzeichen besuchte. Nörpel hatte ganz bewusst im Internet geschaut, was denn an seinem Geburtstag so geboten ist – und freute sich, dass just der Fernsehturm zum Besuch einlud. „Und das Wetter ist ja einfach perfekt“, freute sich der 68-Jährige, bevor er in den Aufzug stieg, der ihn und andere Besucher dann zügig zur ersten Besucherplattform in 150 Meter Höhe brachte.

Rosi Schmölz aus Remseck, die zufällig von der Fernsehturm-Geburtstagsaktion erfahren hatte, und auch, dass 1956 Geborene zum kostenfreien Genuss von Kaffee und Kuchen eingeladen sind, nutzte ihre freie Zeit zwischen zwei Terminen in der City, um sich hoch oben über der Waldau die kalte Februarluft bei herrlichem Sonnenschein um die Nase wehen zu lassen. „Für meinen Geburtstag ist der Turm zu früh eröffnet worden“, scherzt Schmölz lachend und ergänzt, „oder ich bin am 8. Juni eben zu spät geboren.“

Schönster Sonnenschein

Alexander Veihl darf indes jedes Jahr mit dem Fernsehturm feiern. Der Fellbacher war mit der Ehefrau und den beiden Söhnen auf die Waldau gekommen. „Wir machen immer zum Geburtstag was Besonderes mit den Kindern“, erzählt der Jubilar. Weil einer der Söhne eine Ohrenentzündung hatte, musste der geplante Besuch im Schwimmbad gestrichen werden. Da kam das Angebot des Fernsehturmbesuchs bei schönstem Sonnenschein gerade recht.

Nicht viel anders stellte sich die Sache für Christian Kampa aus Weinstadt dar, der auch früher schon mal zum Geburtstag auf dem Fernsehturm war. „Allerdings kann ich mich daran nicht mehr so richtig erinnern“, so Kampa, dem der jüngste Besuch mit Frau und Sohn an seinem Geburtstag aber viel Freude bereitet hat.

Der Zuspruch zur Geburtstagsaktion des Fernsehturms insgesamt war dabei übrigens so groß, dass im Café Leonhardts der Kuchen bereits am frühen Nachmittag zur Neige ging.

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