Müssen die Silhouetten der Haigst-Gebäude vom Schlossplatz in Stuttgart aus zu sehen sein? Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Foto: Archiv Julia Bosch

Es gärt auf dem Haigst in Stuttgart-Degerloch. So manchen Anwohnern der Wohngegend stößt auf, was die Stadt dort plant. Nun haben sie ihren Protest schriftlich bei der Stadt Stuttgart abgegeben. Was erhoffen sie sich davon?

Degerloch - Bedenken haben die direkten Anwohner des geplanten Neubaus auf dem Haigst in Degerloch schon mehrfach geäußert. Am Mittwoch haben sie nun einen schriftlich formulierten Einspruch ganz offiziell einer Vertreterin der Stadt Stuttgart im Stadtplanungsamt an der Eberhardtstraße übergeben. Darin geht es um den geplanten Bau auf einem 371 Quadratmeter kleinen Grundstück auf dem Haigst. Der derzeit in einem Behelfsbau untergebrachte Ladenkiosk soll weichen, stattdessen plant ein Investor im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans die Errichtung eines Neubaus mit kleinem Supermarkt, Bäcker und Dachterrassen-Café.

Aus Sicht des Anwohners Peter Breideneich bringen diese Pläne für den Haigst allerdings gleich mehrere Probleme mit sich. Der Bau sei zu hoch geplant und nehme den direkten Anwohnern die Sicht, fürchtet er. Das Grundstück sei klein und werde dicht bebaut, es könnten sich Probleme mit den Abständen zu Nachbarhäusern ergeben, so Breideneich weiter.

Anwohner wollen, dass ihre Häuser gesehen werden

Weil die wenigsten Besucher des geplanten Cafés mit Bus und Bahn anreisen würden, befürchtet er außerdem ein massives Parkplatzproblem auf die Gegend zukommen. Breideneich klagt auch einen sogenannten „Silhouettenschutz“ ein, den die Stadt den Anwohnern bereits vor 40 Jahren zugesichert habe und der garantiert, dass man die Silhouette der Häuserreihe vom Schlossplatz aus sehen kann. Zuletzt hatte die Stadt von dieser Zusage wieder Abstand genommen.

Dass der Einspruch das Projekt verhindern wird, glaubt Peter Breideneich zwar nicht. „Aber wir hoffen, dass niedriger gebaut wird, als geplant. Vielleicht zögert der Einspruch den Baubeginn auch etwas hinaus“, hofft der Haigstler.

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