Stuttgart-Degerloch Der Umbau des Hölzel-Hauses rückt näher

Von Tilman Baur 

Die Öffentlichkeit soll künftig leichter Zugang zum Hölzel-Haus haben. Foto: Archiv Tilman Baur
Die Öffentlichkeit soll künftig leichter Zugang zum Hölzel-Haus haben. Foto: Archiv Tilman Baur

825 000 Euro hat die Adolf-Hölzel-Stiftung von der Stadt für den Umbau und die Sanierung des einstigen Hauses des renommierten Malers bekommen. Wir haben uns erkundigt, was genau geplant ist in Stuttgart-Degerloch.

Degerloch - Rund 1,8 Millionen Euro brauchen die Verantwortlichen der Degerlocher Adolf-Hölzel-Stiftung, um das ehemalige Wohnhaus und Atelier des Künstlers an der Ahornstraße zu einem Künstlerhaus nach ihrem Konzept umzubauen. Erreicht ist das Ziel noch nicht, doch ist man ihm ein gutes Stück nähergerückt.

Genauer gesagt um 825 000 Euro näher: So hoch ist der einmalige Zuschuss, den der städtische Doppelhaushalt 2018/2019 für die Stiftung vorsieht. Durch einen früheren Zuschuss von 75 000 Euro und private Spenden in Höhe von 200 000 Euro verringert sich die Finanzierungslücke damit auf 700 000 Euro. Diese werde man durch ein Bankdarlehen und weitere private Spenden schließen, sagt Péter Horváth, zweiter Vorsitzender der Stiftung.

Eine Begegnungsstätte im Sinne Adolf Hölzels

Anfangen mit Umbau und Sanierung will die Stiftung im Frühjahr 2019. Der Entwurf stammt von einem jungen Architekturbüro, bestehend aus Absolventen der Stuttgarter Kunstakademie. Eine Bauvoranfrage sei positiv beschieden worden, der Bauantrag werde derzeit vorbereitet, so Horváth.

Vorgesehen ist eine multifunktionale Begegnungsstätte im Sinne Adolf Hölzels. Der Künstler versammelte zu Lebzeiten das Who’s Who der künstlerischen Avantgarde, zu der er selbst gehörte, in seinem Haus. Der Entwurf beinhaltet die Vergrößerung der Ausstellungsfläche, einen Raum für Vorträge und Lesungen, Ateliers für junge Künstler und Räume für die Aufarbeitung des wissenschaftlichen Nachlasses.

Geplant ist auch eine Malschule

„Es gibt viele Arbeiten, die noch nicht ins Archiv aufgenommen worden sind und erforscht werden müssen“, sagt Horváth. Grundlegender Bestandteil des Konzepts sei außerdem eine Malschule, wie sie auch Hölzel selbst einst betrieben habe.

Nach dem Umbau soll die Öffentlichkeit einen besseren Zugang zum Haus erhalten. So soll es einen Museumsbetrieb mit festen Öffnungszeiten geben. Bislang sind Führungen nur für angemeldete Gruppen möglich. Die Eröffnung des neuen Hölzel-Hauses sei fürs Jahr 2020 vorgesehen, begleitet werde sie von einer großen Ausstellung der Werke des Malers, so Peter Horváth.

Redaktion Degerloch

Ansprechpartner
Ralf Recklies
degerloch@stz.zgs.de

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