Stuttgart-Degerloch Bezirksbeirat unterstützt Laufbahn-Sanierung zaudernd

Von Tilman Baur 

Die Laufbahn muss saniert werden. Foto: Baur
Die Laufbahn muss saniert werden. Foto: Baur

Muss der Bezirksbeirat automatisch jene Projekte unterstützen, die es im Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart weit nach vorne gebracht haben? Über diese Frage ist in Stuttgart-Degerloch eine Diskussion entbrannt.

Degerloch - Eigentlich war es reine Formsache am Ende einer langen Bezirksbeiratssitzung. Die Räte sollten lediglich das Projekt der Leichtathletikabteilung der Stuttgarter Kickers aus dem diesjährigen Bürgerhaushalt unterstützen. Die Kickers-Leichtathleten wollen die Laufbahn des ADM-Sportparks (benannt nach Ehrenpräsident Axel Dünnwald-Metzler) sanieren lassen.

Beim Bürgerhaushalt hat das Vorhaben mit knapp 2200 Stimmen den achten Platz belegt und ist somit das zweitplatzierte aus dem Stadtbezirk. Rang fünf ging ans Projekt „Platz da für Schüler“, das neue Räume für Wilhelms-Gymnasium und Fritz-Leonhardt-Realschule fordert. Die intensiv genutzte Laufbahn ist in schlechtem Zustand. Die Leichtathleten argumentieren, eine Sanierung sei aufgrund des intakten Unterbaus noch möglich und bei baldiger Umsetzung kostensparend. So könnten Athleten sicher trainieren und der Verein wieder Sportfeste ausrichten.

Laufbahn soll in Kickers-Blau erstrahlen

Der Belag solle laut Projektvorschlag in „Kickers-Blau“ erstrahlen, durch zusätzliche LED-Leuchten an der Bahn sollen Sportler zudem länger trainieren können. Gegenwind gibt es zwar vom Sportamt, das den Ausbau der Bezirkssportanlage Waldau der Sanierung vorzieht. Das sei jedoch kein Widerspruch, sagt Trainer Andreas Boin: In Degerloch seien so viele Athleten aktiv, dass sowohl die Sanierung als auch der Ausbau sinnvoll wären. Im Bezirksbeirat bildeten sich prompt zwei Lager. Die einen sagten, man solle sich mit der Entscheidung Zeit lassen, denn man wisse zu wenig über die Sache. „Das wäre ein eigener Tagesordnungspunkt“, fand etwa Götz Bräuer (CDU) und erntete Zustimmung von Grünen und SPD. Dem widersprach Uli Demeter (Freie Wähler) vehement: Rausschieben gehe nicht, man solle einfach zustimmen, forderte er, während Thilo Roßberg (FDP) dafür plädierte, „ganz egoistisch für den Stadtbezirk“ zu stimmen, wenn sich schon einmal zwei Degerlocher Vorschläge unter den ersten 30 befänden.

Rausschieben geht nicht, sagen die Freien Wähler

Damit sprach er eine Grundsatzfrage an: Muss der Bezirksbeirat erfolgreichen Vorschlägen aus dem Bürgerhaushalt grundsätzlich zustimmen? Eine Antwort blieb das Gremium zu vorgerückter Stunde schuldig. Nach langem Hin und Her gab es dann eine Entscheidung: Mit sieben Ja-, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen bekamen die Leichtathleten ihre gewünschte Unterstützung. Im Juli sprechen die Stadträte über die Vorschläge des Bürgerhaushalts; die Meinung des Bezirksbeirats ziehen sie in ihre Abwägung ebenso mit ein wie die Einschätzungen der Fachämter.

Redaktion Degerloch

Ansprechpartner
Ralf Recklies
degerloch@stz.zgs.de

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