Die Wilhelma in Stuttgart ist extrem artenreich. Foto: 7aktuell.de/Herlinger

Wer hat den größten Kohldampf im Zoo? Welches ist das winzigste Tier und wer ist der Größte im Gehege? Ein Streifzug in Zahlen und Fakten durch die bunte Fauna im Herzen Stuttgarts.

Stuttgart - Sommerzeit, Wilhemazeit: Stuttgarts zoologisch-botanischer Garten lockt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf das 30 Hektar große Gelände zwischen Neckar und Rosensteinpark. Mehr als 10 000 Tiere und unzählige Pflanzen leben hier. Viele der Bewohner haben interessante Geschichten, viele sind putzige Gesellen, andere ziemlich gefährlich, auch wenn man es nicht gleich sieht.

Dass die Wilhelma Besucher anzieht, weiß jeder, der den Verkehrsfunk hört. Scheint die Sonne oder am Wochenende, heißt es oft: Parkhaus belegt, nichts geht mehr. 2,25 Millionen Menschen besuchen in einem durchschnittlichen Jahr den Zoo, 2008, im bisherigen Rekordjahr, waren es 2,4 Millionen: Der Grund: Eisbär-Baby Wilbär. Der stärkste Andrang ist übrigens fast immer am Ostermontag.

In aller Ruhe alt werden

Dass Hektik nicht gesund ist – wer wüsste das nicht. Also immer schön mit der Ruhe, dann wird man auch alt. So wie die völlig unaufgeregte griechische Landschildkröte, die älteste Wilhema-Bewohnerin. Wie alt sie genau ist, weiß man nicht so genau, aber 70 Jährchen hat sie sicher schon auf dem Panzer, auch 80 wären durchaus drin. Und auch Elefantendame Pama ist mit 50 Jahren in einem durchaus respektablem Alter für die Dickhäuter.

Mächtig groß, winzig klein

Das größte Tier in der Wilhelma? Das ist ganz klar Elefantendame Parma, die kürzlich 50 Jahre alt geworden ist und gut und gerne 3,5 Tonnen auf die Waage bringt. Das ist deutlich mehr als die kleine Blattschneiderameise, der winzigste Wilhelma-Bewohner. Fast wenigstens: Der Planktonfutterkrebs wiegt weniger als ein halbes Gramm. Er dient aber als Futter für andere Tiere – allerdings nicht für Elefanten. Das wäre doch sehr mühselig, außerdem sind die Dickhäuter Pflanzenfresser.

Nichts essen – das geht auch

100 Kilo Futter – das muss natürlich verdaut werden, besonders wenn die Menge in einen einzigen Magen wandert. Aber ein Elefant schafft das locker und das auch noch jeden Tag. Andere Tiere sind da auf Dauer genügsamer, kurzfristig langen sie aber richtig zu. Schlangen fressen einmal richtig und dann lange nichts. Eine grüne Baumpython in der Wilhelma hat sogar mal ein ganzes Jahr überhaupt nichts in sich hineingewürgt – es geht ihr aber gut.

Auf die Plätze, fertig - Farbe

Die Wilhelma heißt nicht umsonst zoologisch-botanischer Garten. Über 7000 Pflanzenarten wachsen in den Gewächshäusern und im Freien auf dem 30 Hektar-Gelände. Und es gibt immer was zu sehen. Bei der Magnolienblüte von Ende März an verwandeln 70 Bäume den Maurischen Garten in eine Oase für die Sinne. Auch die großen Blumenbeete sind eine Pracht für das Auge. 180.000 Blumenzwiebeln stecken die Gärtner im Herbst in die Erde. Im Sommer erfreuen 60.000 Blumen die Besucher, die bei viel Sonne auch den Schatten teilweise über 150 Jahre alter Platanen genießen können.

Tiere, Tiere, Tiere

Etwa 10 000 Tiere leben in der Wilhelma – Bienenvölker werden dabei aber als Individuum gezählt. Die Tiere repräsentieren etwa 1200 Arten, womit die Wilhelma zu einem der artenreichsten Zoos in Europa zählt. Ganz oben in der Zählliste stehen die Fische (5700/568 Arten). Danach kommen die wirbellosen Tiere im Ranking (2000/206), gefolgt von den Vögeln (1122/218), Säugetieren (640/89) und den Amphibien (447/33). Am Schluss der Liste finden sich die 377 Reptilien, die aber bei 100 Arten doch sehr verschieden sind.

Beim Nachwuchs sind alle aktiv

Grundsätzlich gilt: Kleine Tiere haben oftmals eine sehr hohe Vermehrungsrate. Leicht zu züchten sind sie aber trotzdem nicht, wie manche Fische oder Amphibien beweisen. Bei einige Meeresfischen gelingt dies sogar überhaupt nicht. Und auch der Naschvogel verweigert sich in der Wilhelma hartnäckig. Bei anderen Arten klappt es dagegen prächtig – und die Jungen sind dann vor allem eines: Süüüüüß. Das sieht man hier am Rehkitz oder dem Nashorn-Baby. Auch die Erdmännchen führen übrigens gerade wieder ihren Nachwuchs ins Freie. Natürlich auch süüüüüß.