Anastasia Zwick gibt im Internet ihre Erfahrungen weiter. Foto: Eileen Breuer

Die Bloggerin Anastasia Zwick aus Stuttgart-Dachswald gibt Schwangeren und jungen Müttern lebensnahe Tipps. Sie kennt die kinderfreundlichen Cafés der Gegend, zeigt geeignete Fitnessübungen und kennt Urlaubsorte, wo Kleinkinder und Eltern gleichsam Entspannung finden.

Dachswald - Während andere Schwangere Büchlein lasen über Erlebnisse, wie den ersten Tritt ihres Kindes, griff Anastasia Zwick zum Laptop und haute in die Tasten. Seitdem ist die Mutteraus dem Dachswaldim Netz als StuggiMom unterwegs und teilt ihre Erlebnisse mit den Lesern. „Ich habe überlegt, ob ich eine Art Tagebuch schreibe. Weil die Zeit während der Schwangerschaft so besonders ist, wollte ich das irgendwo festhalten“, sagt Zwick. Hinzu kam, dass während ihrer Schwangerschaft Komplikationen auftraten und sie deshalb ab der 28. Schwangerschaftswoche krankgeschrieben war. Plötzlich hatte sie, die bisher berufstätig gewesen war, viel Zeit. Die wollte sie nutzen. Doch worüber schreiben? Anders als im Tagebuch, musste sie im Internet anderen einen Mehrwert bieten.

Tagebuch mit Mehrwert

Als Zwick schwanger war, hatte sie nach einem Angebot an Massagen gesucht: „Ich bin bei super vielen abgeblitzt, weil die Angst hatten, dass man eine Schwangere falsch massiert.“ Ein paar Anbieter hat sie dann doch ausfindig machen können: „Ich habe so viel Zeit in die Suche gesteckt und dachte mir: Es wäre doch klasse, wenn andere Schwangere das leichter finden können.“ Seitdem schreibt sie über Dinge, die sie selbst erlebt hat, und versieht sie mit Tipps für ihre Leser. So findet man auf ihrer Webseite eine Liste mit Krabbelgruppen oder mit Cafés, die für Mütter mit Kindern geeignet sind. Zudem ist Zwick Fitnesstrainerin und passt ihre Programme speziell auf Schwangere oder Mamis nach der Geburt an. Mütter können zu Hause Übungen nachmachen, die Zwick in ihren Videos auf der Plattform Youtube zeigt. „Ich kann einfach über mein Leben schreiben. Das Leben einer Mutter ist bunt, die Vielfalt macht meinen Blog auch aus.“

Nach der Geburt ihrer Tochter fehlte Zwick die Zeit, viel am Blog zu arbeiten. Es braucht lange, bis ein Beitrag publiziert werden kann: Verfassen, Korrektur lesen, in Form bringen und Bildbearbeitung brauchen ihre Zeit. Zwick schrieb vor allem, wenn ihre Tochter ein Nickerchen hielt. Denn mit der Tochter auf dem Schoß am PC zu sitzen, das klappt nicht: „Die haut auf die Tastatur, versucht, die Maus zu essen, und macht allen möglichen Quatsch.“

Blog wird zur Geschäftsidee

Inzwischen ist MissMaus, wie Zwick ihre Tochter in den Beiträgen nennt, 13 Monate alt und geht in die Kindertagesstätte. „Es ist ein bisschen so, als hätte ich mein eigenes Ich wieder: Die Geschäftsfrau, die ich sonst auch war“, sagt Zwick. Denn während sie früher nur zwischen fünf und 30 Minuten Zeit für ihre Arbeit hatte, bevor ihr Kind aufwachte, kann sie sich nun auch mal zwei Stunden Zeit für den Blog nehmen.

Und das ist auch nötig, denn Zwick möchte den Blog professionell aufbauen. Sie kann sich vorstellen, mit ihren Artikeln Geld zu verdienen. Das läuft so ab, dass Firmen ihr Produkte kostenlos bereitstellen und sie im Gegenzug darüber berichtet. Bei manchen Kooperationen zahlen die Firmen auch, wenn man ein Bild postet. Wenn man ein paar Partnerschaften an Land gezogen hat, kann man durch diese neue Kooperationen akquirieren. „Anfangs geht man in Vorleistung, um sein Können unter Beweis zu stellen“, sagt Zwick. Deshalb sei es auch für sie, die auf Instagram noch keine 1000 Follower hat, wichtig, Bilder und Texte zu veröffentlichen. Bei allem geschäftlichen Ehrgeiz ist es ihr immer noch wichtig, ihre eigene Meinung mit den Lesern zu teilen. Ihr selbst habe es während der Schwangerschaft geholfen, die Erfahrungen anderer Frauen zu lesen: „Man sieht, dass es anderen genauso geht. Dieser Mut, das Muttersein ehrlich widerzuspiegeln, ist mir wichtig.“

Inzwischen bekommt sie schon Nachrichten von Lesern, wenn sie länger mal keinen Text publiziert hat. Während ihrer zweimonatigen Weltreise verzichtete sie beispielsweise darauf, Beiträge zu schreiben. Doch dieses Thema will sie nun angehen. „Für Neuseeland habe ich den Reiseführer beinahe auswendig gelernt. Der sah schon vor der Reise total zerfleddert aus“, sagt Zwick. Damit andere es leichter haben, möchte sie nun Tipps veröffentlichen. Und sie will den Lesern auch Ängste nehmen, zum Beispiel vor einer langen Flugreise mit einem Kleinkind: „Das Kind wird nicht die ganze Zeit schreien. Im Gegenteil: Kinder finden das ganz spannend.“

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