Stuttgart Burschenschafter planen Austritt aus Dachverband

Von Christian Ignatzi 

Die Stuttgarter Burschenschaften Alemannia, Ghibellinia und Hilaritas denken wegen rechtsextremer Tendenzen im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) über einen Austritt nach. Foto: alemannia-stuttgart.de
Die Stuttgarter Burschenschaften Alemannia, Ghibellinia und Hilaritas denken wegen rechtsextremer Tendenzen im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) über einen Austritt nach. Foto: alemannia-stuttgart.de

Die Stuttgarter Burschenschaften Alemannia, Ghibellinia und Hilaritas denken wegen rechtsextremer Tendenzen im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) über einen Austritt nach.

Stuttgart - Die Stuttgarter Burschenschaften Alemannia, Ghibellinia und Hilaritas denken wegen rechtsextremer Tendenzen im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) über einen Austritt nach. „Mit den Ergebnissen des Burschentags am Wochenende in Untertürkheim sind wir nicht zufrieden“, sagt Michael Schmidt von der Hilaritas. Von den Stuttgarter Studentenverbindungen geht die Initiative Burschenschaftliche Zukunft (IBZ) aus, in der sich liberale Burschenschaften vereinen und sich gegen rechtsextreme Tendenzen im Dachverband einsetzen.

Am Wochenende sorgte die IBZ dafür, dass Norbert Weidner, der Chefredakteur der Verbandszeitung, abgewählt wurde. Er hatte den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ bezeichnet. „Unsere anderen Anträge wurden aber abgewiesen“, sagt Schmidt. Darunter die Forderung, Sanktionen des Dachverbands gegen Einzelpersonen möglich zu machen. Zudem hatte die IBZ den Ausschluss dreier Burschenschaften gefordert, die rechtsaußen stehen.

„Den nächsten Schritt werden wir in den nächsten Wochen diskutieren“, sagt Schmidt. Möglich sei ein Austritt der Hilaritas aus der Deutschen Burschenschaft und die Gründung eines neuen Dachverbands. Auch andere Stuttgarter Burschenschaften wollen in den nächsten Tagen entscheiden. „Unsere Führungsriege hat über die Ergebnisse des Wochenendes bereits diskutiert“, sagt Ghibellinia-Sprecher Benjamin Scheer. „Am kommenden Dienstag werden wir dann entscheiden, wie wir vorgehen.“

Auch Jakob Breu von der Alemannia Stuttgart sieht einen Austritt seiner Burschenschaft als Option. „Aber es wäre schade, weil wir seit 100 Jahren dabei sind“, sagt er. Er hofft auf eine positive Entwicklung, die man zunächst abwarten wolle. „Schließlich wurde Weidner abgewählt“, sagt er. Einig sind sich die Stuttgarter aber: Die negativen Seiten in ihrem Dachverband überwiegen.

Lesen Sie jetzt