Auf den Wegen zum Bahnhof herrscht drangvolle Enge – die Abkürzung über die Gleise ist keine Alternative. Foto: Lg/Kovalenko (Symbolbild)

Nicht nur zur Wasenzeit warnt die Polizei vor tödlichen Gefahren. Dennoch müssen die Sicherheitskräfte immer wieder einschreiten.

Stuttgart - Während des Cannstatter Volksfestes und des Frühlingsfestes kommen die Meldungen fast täglich von der Bundespolizei: Immer wieder begeben sich Menschen in Lebensgefahr, weil sie nach dem Wasenbesuch eine Abkürzung über die Gleisanlagen nehmen wollen. Die Bundespolizei, die für die Gleisanlagen zuständig ist, warnt eindringlich vor den Gefahren, die dort lauern.

Züge sind zwar, wenn sie am Bahnsteig vorbeirattern, laut. Aber sie nähern sich dem Bahnhof fast lautlos. Je nach Windrichtung könne das Geräusch manchmal erst sehr spät wahrgenommen werden, warnt die Bundespolizei. Daher ist es vor allem nachts nicht möglich abzuschätzen, ob bereits ein Zug naht. Der trügerischen Stille in der Nähe der Gleise solle man also auf keinen Fall vertrauen.

Alkohol kann die Wahrnehmung trüben

Hinzu kommt die unter Umständen durch Alkoholkonsum auf dem Wasen getrübte Wahrnehmung: Gerade, wer ein paar Maß getrunken hat, sollte an Gleisanlagen und am Bahnsteig aufpassen.

Auch dürfe man sich nicht darauf verlassen, dass der Lokführer Personen auf den Gleisen rechtzeitig sehen und dann noch bremsen können. Die tonnenschweren Gefährte sind nicht so schnell zu stoppen. „Selbst bei einer sofort eingeleiteten Notbremsung kommen Züge erst nach mehreren hundert Metern zum Halt“, warnt die Bundespolizei.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Sogwirkung vorbeifahrender und abfahrender Züge: Der Luftsog kann Menschen mitreißen. Auch das kann tödlich enden – schließlich fahren ICEs, Regional- und Fernzüge mit hohem Tempo durch Bahnhöfe, an denen sie nicht stoppen. Zum Schutz davor dient die weiße Linie ein Stück hinter der Bahnsteigkante. Es ist verboten, zwischen der weißen Linie und der Bahnsteigkante zu stehen.

Tödliche Sogwirkung am Bahnsteig und auf freier Strecke

Die tödliche Gefahr der Sogwirkung besteht auch auf freier Strecke: Auch in Stuttgart haben sich in der Vergangenheit schon tödliche Unfälle ereignet, weil ortsunkundige Personen für den Heimweg den direkten Weg entlang der Bahnstrecke gewählt hatten.

Die Bundespolizei und Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn sind rund um den Wasen im Einsatz, um die Festbesucher vor diesen Gefahren zu schützen und sie darauf aufmerksam zu machen. Sie versuchen, die Gleisüberquerung zu verhindern. Gelingt ihnen das nicht, kann auch eine Verwarnung ausgesprochen werden. Dann wird ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro fällig.

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