Seit wenigen Tagen stehen die Grundmauern. Noch in diesem Jahr soll das neue Haus fertig werden. Ob das klappt, steht allerdings noch nicht fest. Foto: Torsten Ströbele

Der Stamm der Feuerreiter arbeitet seit 2013 an seinem Gebäude an der Kauffmannstraße. Im Winter soll das Häuschen endlich fertig sein.

Stuttgart-Botnang - Die Grundmauer steht, doch einen Einzugstermin gibt es noch nicht: Die Pfadfinder vom Stamm der Feuerreiter haben mittlerweile seit Ende Februar 2013 keine Räume mehr, in denen sie sich treffen können. Die Himmerreich­straße 40/2 mussten sie damals verlassen, weil auf dem Gelände eine Kindertagesstätte entstehen sollte. Im Oktober 2014 wurde die Einrichtung schließlich eingeweiht. Die Pfadfinder müssen weiterhin auf ein neues Domizil warten.

Ihr neues Grundstück haben sie allerdings schon kurz nach dem Auszug in Beschlag nehmen können. Die Stadt hat dem Stamm eine Fläche an der Kauffmannstraße zur Verfügung gestellt. Darauf zu finden war ein etwa vier Meter großer Geräteschuppen, der aber ohne Heizung, Toilette, fließend Wasser und Strom nicht wirklich als neues Vereinsheim nutzbar ist. Ein neues Häuschen musste her. „Leider zieht sich die Fertigstellung unseres Gebäudes sehr in die Länge“, sagt der Vorsitzende der Pfadfinder, Michael Lohfink. „Es ist manchmal schon frustrierend, wie viel Bürokratie überwunden werden muss. Aber es gibt eben Bestimmungen und Vorgaben, die erfüllt werden müssen.“ Unter anderem musste das Fundament tiefer im Boden verankert werden, als ursprünglich geplant. Und auch das Material musste ein anderes sein. „Massiver“, sagt Lohfink. Unter anderem das habe letztendlich dazu geführt, dass sich der Bau verzögert hat und auch teurer geworden ist.

Ursprünglich hatten die Pfadfinder damit gerechnet, dass sie 20 000 bis 25 000 Euro benötigen. „Ich denke es werden am Ende 30 000 bis 40 000 Euro – exklusive der Eigenleistung, die wir erbringen“, vermutet der Vorsitzende des Stammes der Feuerreiter. „Wir werden wohl noch einmal einen Spendenaufruf starten.“ Finanziell ist den Pfadfindern übrigens die Stadt schon entgegengekommen. „Wir bekommen den Stromanschluss in Höhe von rund 12 000 Euro bezahlt. Dafür möchte ich Bürgermeister Michael Föll danken, der sich dafür eingesetzt hat“, sagt Michael Lohfink.

Bei den Wölflingen gibt es schon eine Warteliste

Dagegen muss der Stamm der Feuerreiter erst einmal auf einen Wasseranschluss verzichten. „Wir haben einen Kostenvoranschlag in Höhe von 42 000 Euro bekommen. Der Anschluss müsste in der Nähe der Endhaltestelle der Stadtbahn erfolgen. Das ist aufwendig und teuer“, sagt Michael Lohfink. „Deshalb werden wir mit einer Zisterne arbeiten.“

Der Vorsitzende der Pfadfinder hofft, dass der Stamm zum Wintereinbruch ein Dach über dem Kopf hat. Derzeit geht es aber auch ohne bezugsfertiges Gebäude. Die Gruppe der Wölflinge – Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahre – treffen sich zwei Mal die Woche auf dem Grundstück. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, sagt Lohfink und lacht. „Es ist ein blöder Spruch, aber er stimmt.“ Mit zwölf Mädchen und Jungen ist die Gruppe derzeit ausgebucht. „Wir haben einen Aufnahmestopp und eine Warteliste.“ Lohfink hofft einen zusätzlichen Betreuer zu finden, um das Angebot auszuweiten. Derzeit fehlt es aber nicht nur an einem Dach über dem Kopf und an einem Betreuer. Das komplette Material der Pfadfinder kann auf dem neuen Grundstück noch nicht untergebracht werden. Deshalb werden Teile derzeit privat oder im Bezirksrathaus gelagert. „Ich möchte explizit auch Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle danken, dass er uns diese Möglichkeit verschafft hat“, betont Michael Lohfink.

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