Die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit wollen weg aus ihrem Zuhause. (v.l.: Sarah Klingler, Niko Kugler, Christine Engel, Julian Schmid und Denise Possehl) Foto: z/Mobile Jugendarbeit

An der Neuhauser Straße 50 fühlt sich die Mobile Jugendarbeit Plieningen/Birkach ab vom Schuss. Gerne wären die Sozialarbeiter in die ehemaligen Notariatsräume im Bezirksrathaus an der Garbe gezogen. Doch dort haben nun andere das Vorrecht erhalten. . .

Birkach/Plieningen - Aus dem großen Traum wurde nichts: Die Sozialarbeiter der Mobilen Jugendarbeit Plieningen/Birkach dürfen nicht in die ehemaligen Notariatsräume des Bezirksrathauses an der Filder­hauptstraße ziehen. Stattdessen werden die Sillenbucher und Degerlocher Zweigstellen des Jobcenters die Räumlichkeiten künftig nutzen. „Uns wurde bereits im Herbst signalisiert, dass andere Bewerber Vorrang haben“, sagt Julian Schmid von der Mobilen Jugendarbeit.

Die Sozialarbeiter suchen schon seit mehreren Monaten nach einem neuen Zuhause. Hintergrund ist: Für kaum einen Jugendlichen aus Plieningen und Birkach ist der Standort an der Neuhauser Straße 50 fußläufig zu erreichen, argumentieren die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit. Außerdem ist der alte Standort etwas in die Jahre gekommen: In dem Haus gibt es unter anderem keine Zentralheizung, sondern lediglich einen Kachelofen.

Laufkundschaft kommt nie

Laut den Sozialarbeitern schätzten die Jugendlichen zwar das charmante Haus an der Neuhauser Straße 50, würden aber nie zufällig oder spontan vorbeikommen – was eigentlich der Anspruch der Mobilen Jugendarbeit sei. „Wir haben einen sehr niederschwelligen Ansatz. Dazu gehört, dass wir auch ‚Laufkundschaft‘ haben und nicht nur Jugendliche, die immer kommen“, sagt Schmid.

Aus diesem Grund wäre der Standort im Bezirksrathaus an der Garbe optimal für die Mobile Jugendarbeit gewesen. „Dort kommen alle Kinder und Jugendlichen gut hin, und es liegt für viele auf dem Weg zu ihren Schulen“, sagt Julian Schmid. Nach der Absage sind die Sozialarbeiter nun auf die Kirchengemeinden zugegangen und haben diese um Hilfe gebeten. „Bisher ist unsere Suche aber erfolglos geblieben“, sagt Schmid.

Mobile Jugendarbeit erhält Mietkostenförderung

Gesucht werde eine mindestens 150 Quadratmeter große Räumlichkeit mit einem Gruppenraum, zwei Büros, einer Küche, Lagerfläche und Toiletten. Das neue Domizil sollte gut erreichbar sein – und exklusiv von der Mobilen Jugendarbeit genutzt werden. „Unsere Zielgruppe muss sich in den Räumen beheimaten können“, sagt Schmid. Wenn es rund um die Garbe nichts gebe, könnten sich die Sozialarbeiter beispielsweise auch vorstellen, in den Plieninger Stadtteil Steckfeld zu ziehen.

Ein wenig Grund zur Hoffnung haben die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit jedoch: Im Rahmen des Doppelhaushalts 2018/2019 hat der Stuttgarter Gemeinderat einen Beschluss gefällt zur Mietkostenförderung für die Mobile Jugendarbeit. „Unsere Träger, die Caritas und die Eva, sind nun im Gespräch mit der Stadt und handeln einen entsprechenden Vertrag aus“, erläutert Schmid. Das könnte helfen, damit die Mobile Jugendarbeit auf dem derzeit extrem umkämpften Mietmarkt überhaupt eine realistische Chance habe, hofft Julian Schmid.

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