Die Stadt hat offenbar nicht bedacht, dass die Scheiben Vögeln gefährlich werden könnten. Foto: Achim Zweygarth

Die Art und Weise, wie die zugige Feierhalle auf dem Friedhof in Stuttgart-Birkach windfest gemacht wurde, erscheint fragwürdig. Unsere Autorin vermisst die nötige Sorgfalt.

Birkach - Der Wunsch der Birkacher, dass ihre zugige Feierhalle auf dem Friedhof wind- und wetterfest gemacht werden soll, ist endlich gehört worden. Damit hat es sich aber auch schon mit den guten Nachrichten in dieser Angelegenheit. Denn die Art und Weise, wie die Verglasung der Feierhalle abgelaufen ist, erscheint höchst fragwürdig.

Dem unabhängigen Beobachter muss sich der Verdacht aufdrängen, der Wunsch der Birkacher sei zwar erhört, nicht aber mit der nötigen Sorgfalt erfüllt worden. Jahrelang ist die Klage aus Birkach bei der Stadtverwaltung verhallt. Zu teuer, zu kompliziert, hieß es bei jedem neuen Anlauf der Bürgerschaft. Doch dann, als die Birkacher im Bürgerhaushalt vor zwei Jahren nicht mehr zu übertönen waren, genehmigte der Gemeinderat das Geld halt.

Das nächste Problem folgt auf dem Fuße

Was lange Zeit als kompliziert galt, ging dann plötzlich flink. Binnen zwei Tagen hatten die Handwerker die Feierhalle verglast. Allerdings nicht ringsrum und nicht von ganz oben bis ganz unten. Die Empörung darüber war programmiert. Lieblos hingeklatscht wirkte die Lösung auf viele. Hier wurde zwar nun nachgebessert. Aber was nutzt das, wenn das nächste Problem auf dem Fuße folgt?

Das nächste Problem ist das befürchtete Vogelsterben wegen der Glasscheiben. Die Stadt Stuttgart, bei Bausachen als eher träge bekannt, weil bürokratisch penibel, hat zwei Scheiben aufstellen lassen, ohne die Folgen zu bedenken. Das Amt für Umweltschutz ist in die Planung nicht einbezogen worden, weshalb die Feierhalle seit Kurzem fast komplett mit rot-weißen Flatterbändern eingekleidet ist.

Man könnte sagen: Es ist wie beim Toast, der einer ungeschriebenen Gesetzmäßigkeit folgend immer auf die Butterseite fällt. Oder: Wenn’s kommt, dann kommt’s dicke. Man könnte allerdings auch sagen, dass sich die Stadt schlichtweg mehr Mühe geben muss, wenn sie das Geld der Steuerzahler verbaut.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: