Der Kfz-Verkehr soll nach Fertigstellung der Rosensteinbrücke nicht mehr über die Schönestraße weiter in Richtung Neckarpark fahren können. Foto: Uli Nagel

Der BUND Kreisverband Stuttgart ist mit dem weiteren Vorgehen und den Beschlüssen für den Bau einer neuen Rosensteinbrücke einverstanden. Beides soll weniger Fahrzeuge rund um die Altstadt ermöglichen.

Welche Gestalt die neue Rosensteinbrücke einmal haben wird, ist genauso unklar wie deren Dimension. Entscheidend dafür wird vor allem sein, ob die Haltestelle der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) von der Pragstraße auf die Brücke verlegt wird. Die Stadt lässt jetzt mehrere Varianten untersuchen. Eines steht jedoch fest: Stadteinwärts und stadtauswärts befahrbar wie die alte Rosensteinbrücke wird sie nicht mehr sein. Baulich und technisch sollte sie aber auf jeden Fall in der Lage sein, auf Notfallsituationen reagieren zu können.

 

Für verkehrslenkende Maßnahmen über die Integrierte Verkehrsleitzentrale soll das Bauwerk dagegen nicht zur Verfügung stehen. Nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik sich dem Votum des Bezirksbeirats Bad Cannstatt bereits angeschlossen hatte, zeigte sich auch der BUND Stuttgart mit der jetzt getroffenen „Marschrichtung“ einverstanden. Um den Kfz-Verkehr auf den für fast eine halbe Milliarde Euro teuren Leuzeknoten und Rosensteintunnel zu konzentrieren, unterstützt der Gemeinderat den Verwaltungsvorschlag, in Richtung Pragstraße über die neue Brücke künftig keine Autos und Lastwagen mehr zuzulassen.

Maßnahmen in Verkehrsstrukturplan einbauen

„Eine Bestätigung dafür, dass die Brücke, das Brückenumfeld sowie das innere Bad Cannstatt künftig keinen Durchgangsverkehr mehr aufnehmen soll“, sagt Thomas Baur, verkehrspolitischer BUND-Sprecher. Die Verwaltung habe nun die Aufgabe, im Rahmen des neuen Verkehrsstrukturplans Bad Cannstatt die notwendigen Begleitmaßnahmen zu erarbeiten, die unerwünschten Verkehr von der Rosensteinbrücke zur Waiblinger Straße über den Daimlerplatz genauso ausschließt wie über die Schmidener Straße zur Gnesener Straße. Was Thomas Baur zudem begrüßt: Der Gemeinderat hat beschlossen, dass Autos und Lastwagen über die Schönestraße nicht mehr weiter in die Mercedesstraße und in Richtung Neckarpark fahren dürfen. Dies sei nur noch für den Radverkehr erlaubt.

Gestaltungsraum beim Hochbunker

„Der BUND dankt den Fraktionen für die klare Positionierung gegen eine Einbeziehung der Rosensteinbrücke in die übergeordnete Verkehrssteuerung, die eine zeitweise Nutzung der Brücke in beide Richtungen ermöglicht hätte“, so der verkehrspolitische Sprecher. Damit können die Stadt beim Hochbunker eine fußgängerfreundliche Kreuzung mit wenig Verkehrsfläche, mit Zebrastreifen ohne Ampeln und viel Grün realisieren. Dies passe auch zum Beschluss des Bezirksbeirats, der einen „Einklang“ mit dem Projekt „Stadt am Fluss“ gefordert habe.

Nach Meinung des BUND dürfen auch die SSB-Fahrgäste aufatmen. „Der Gemeinderat hat klargestellt, dass die U 13, U 16 sowie die Buslinien 52 und 56 wie früher auf direktem Wege den Neckar queren sollen“, sagt Thomas Baur. Noch offen sei natürlich die Frage, ob die Haltestelle auf die Brücke verlegt werde. Hierfür gebe es Vorteile wie eine bessere Erreichbarkeit der Altstadt Bad Cannstatt. Dagegen sprechen unter anderem ein sehr viel massiveres Brückenbauwerk und höherer Baukosten. Thomas Baur: „Wenn die Brücke aus Kostengründen ohne Haltestelle gebaut werden sollte, schlägt der BUND vor, den Bus auf dem Gleiskörper der Stadtbahn zur führen und die Fahrbahn in Richtung Pragstraße zu Gunsten einer schmäleren, günstigeren Brücke aufzugeben.“