Kein schöner Anblick: Die Wurzeln der Bäume im Bereich des Erbsenbrunnens haben ganze Arbeit geleistet. Foto: Nagel

Die Markstraße zählt zu den Säulen des Einzelhandels – und das hat Spuren hinterlassen. Die Fußgängerzone muss saniert werden. Insgesamt stehen dafür 350 000 Euro zur Verfügung.

Bad Cannstatt - Sie war zunächst umstritten, als sie Ende der 80er-Jahre eingerichtet und 1980 eröffnet wurde: die Fußgängerzone in der Marktstraße. Doch mittlerweile zählt sie zu den Säulen des Einzelhandels – und ist in die Jahre gekommen. Die geplante Sanierung und Aufwertung ist dringend nötig. Insgesamt 350 000 Euro stehen dafür zur Verfügung.

Oben hui – unten pfui. So schön die historische Altstadt mit ihren Giebelfronten auch sein mag, der Zahn der Zeit hat an ihr genagt. Offenkundig wird das am Belag. Der hat größtenteils mehr als drei Jahrzehnte auf dem Buckel und gleicht an vielen Stellen einem Flickenteppich. Zudem ist der Asphalt im Bereich der Bäume durch deren Wurzeln nach oben gewölbt, wenn nicht sogar schon aufgebrochen. Seit Jahren wird dieser Zustand vom Bezirksbeirat Bad Cannstatt angemahnt und auch der Gewerbe- und Handelsverein forderte 2017 die Stadt in der Marktstraße zum Handeln auf.

Seit Jahren tut sich nichts

Das Tiefbauamt versprach, für 100 000 Euro die übelsten Stellen am Erbsenbrunnen auszubessern, getan hat sich in den vergangenen zwei Jahren jedoch nichts. Der Grund: „Es gibt in diesem Jahr für die Marktstraße einen Gestaltungswettbewerb“, sagt Markus Lieber vom Tiefbauamt. Initiator sei das Stadtplanungsamt, das im vergangenen Jahr für die Marktstraße mehr als nur eine Kosmetik des Belags dem Bezirksbeirat vorgeschlagen hatte. Mindestens 200 000 Euro sollen dafür zur Verfügung stehen, denn um die zunehmenden Trading-Down-Effekte (unter anderem zu viele Spielhallen und Wettbüros) in den Stadtteilzentren zu bekämpfen, hat der Gemeinderat für Bad Cannstatt 600 000 Euro bewilligt.

Hermann-Lambert Oediger, Leiter der Stadtentwicklung des Stadtplanungsamtes, hatte im Juni 2018 den Fraktionen erste Vorschläge präsentiert, wie die Summe verwendet werden könnte. Für 200 000 Euro sollen die Wegebeziehungen zur Marktstraße und zum Marktplatz aufgewertet werden. „Wir können uns hier ein Stadt- und Kulturleitsystem analog zur Innenstadt sehr gut vorstellen“, so Oediger damals. Wünschenswert sei nach Meinung des Stadtplaners auch ein neues Lichtkonzept sowie eine attraktivere Möblierung. Der gleiche Betrag wäre den Stadtplanern auch eine attraktivere Bahnunterführung in der König-Karl-Straße wert gewesen, allerdings war hier der Bezirksbeirat anderer Meinung. „Wir müssen dort investieren, wo Menschen unterwegs sind“, sagte damals CDU-Sprecher Roland Schmid und auch Peter Mielert von den Grünen hielt „200 000 Euro für ein Lichtkonzept, das eine verrottete Wand beleuchtet“, für ziemlich überflüssig. Mehrheitlich votierte das Bürgergremium dafür, die Summe ebenfalls in die Marktstraße zu investieren.

Gestaltungswettbewerb noch in diesem Jahr

Für eine Belagsanierung sowie attraktivere Möblierung stehen also jetzt insgesamt 350 000 Euro zur Verfügung. Eine Summe, mit der sich sicherlich etwas anfangen lässt. Aus diesem Grund soll es in diesem Jahr einen kleinen Gestaltungswettbewerb geben, der der Marktstraße ein neues Gesicht gibt.

Und die 100 000 aus dem Etat des Tiefbauamts? „Die werden wir natürlich in anderen Bereichen in Bad Cannstatt einsetzen“, sagt Markus Lieber. Vorschläge dafür werden im Frühjahr dem Bezirksbeirat unterbreitet, wenn das Tiefbauamt seinen Maßnahmenkatalog für 2019 präsentiert.

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