Rolf Hohl war Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Foto: Edgar Rehberger

Seit zwölf Jahren ist Rolf Hohl im Ruhestand. Der frühere Leiter der Feuerwache 3 in Bad Cannstatt ist immer noch sehr aktiv, unter anderem in acht Vereinen. Zudem reist er sehr gerne.

Sommerrain - Bis zum letzten Arbeitstag hat Rolf Hohl seinen Beruf ausgeübt. Am 31. Mai 2007 endete für den damals 60-Jährigen der Dienst bei der Feuerwehr Stuttgart, den er am 1. November 1966 angetreten hat. „Ich war gerne Feuerwehrmann.“ Die letzten zehn Jahre leitete der Sommerrainer die Feuerwache 3 in Bad Cannstatt, weshalb ihn Frank Knödler, der Leiter der Branddirektion Stuttgart, zum „Cannstatter Feuerwehrpräsidenten“ ernannte. Wohlwissend, dass Hohl mit Leib und Seele Feuerwehrmann war und noch heute sehr polizei- und feuerwehrverbunden ist. Denn Hohl war es, der als Verbindungsmann zur Polizei die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr verbesserte. „Früher hat man aneinander vorbeigearbeitet.“

Überhaupt hat sich während Hohls Dienstzeit einiges verändert. Allein schon in der Ausrüstung und Ausstattung. Zu Beginn seiner Dienstzeit gab es keine Schutzkleidung, ebenso wenig wurden im Einsatzfall Handschuhe oder Atemschutzgeräte getragen. „Wir mussten gebrauchte Uniformen anziehen.“ Daher gab es damals auch mehr Verletzungen. Auch Hohl, der als Brandoberamtsrat in den Ruhestand ging, blieb nicht verschont. 17 Dienstunfälle sind registriert: Schnitt- und Brandverletzungen, Rauchgasvergiftungen und Brüche. Er war bei den Großbränden im Hindenburgbau und der Zuckerfabrik 1967, bei Lesonal 1976 oder dem Firnhaberbrand 1992 dabei. Tausende Einsätze hat der 71-Jährige in seiner Laufbahn absolviert – und ist stolz darauf, dass keiner seiner Leute durch einen taktischen Fehler von ihm bei einem Einsatz in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Langweilig ist ihm nicht

Bei einer derart einsatzreichen Tätigkeit ist es auch im Ruhestand nichts mit Füße hochlegen. Der umtriebige Hohl ist noch in acht Vereinen aktiv: dem Gesangverein Sommerrain, dem Volksfestverein, dem Maibaumverein, dem Kübelesmarkt, dem Läbbererclub, dem polizeihistorischen Verein, als Förderer beim Pfadfinderstamm Beowulf und natürlich in der Altenwehr der Freiwilligen Feuerwehr Sommerrain. Seit 34 Jahren organisiert und moderiert er das Weihnachtsliedersingen in Sommerrain, wo die Familie Hohl seit 1953 wohnt. Hohl war Gründungsmitglied des Sicherheitsbeirates, der jetzt als Bürgerforum fortgesetzt wird und am 25. Mai erstmals tagt. Zwölf Jahre fungierte Hohl als Schöffe am Landgericht. Langweilig ist dem Energiebündel nicht. 2011 wurde ihm von der Stadt für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit die Ehrenmünze verliehen.

Reisen ist eine weitere Leidenschaft. „Wir waren viel in Afrika.“ 2008 absolvierte Hohl mit dem Auto in fünfeinhalb Wochen 10 500 Kilometer in Libyen – durch wüste und „traumhafte Landschaften und Naturschönheiten“. Kreuzfahrten und Städtereisen stehen weiter auf dem Programm. Im vergangenen Jahr war der Hobbysegler Rolf Hohl mit seiner Frau Ruth in Moskau und St. Petersburg. Zuhause warten Haus und großer Garten. „Da ist immer etwas zu tun.“ Und die fünf Enkel. „Die beklagen sich, dass der Opa so wenig Zeit hat.“

Er will nun kürzertreten

Der Opa verspricht Besserung. „Ich will kürzertreten.“ Ein erster Schritt: Zehn Jahre lang war er für die Tribüne beim Volksfestumzug zuständig. Das gibt er jetzt ab. Bleiben wird seine Verbundenheit zum Theater. 27 Jahre lang war er für die brandschutztechnischen Abnahmen in den Theatern zuständig, überwachte die Generalproben. Die besucht er heute noch gerne.

Seine Leidenschaft für die Feuerwehr wird Hohl auch nicht ablegen. Vor seinem Haus steht ein sogenannter Überflurhydrant aus dem Jahr 1890. „Der stammt aus der Villa Berg.“ Und bestätigt: „Ich habe einen Hang zu alten Sachen.“ Das Wegwerfen fällt ihm schwer. Den allerersten Rauchmelder hat er auch aufgehoben. Aus gutem Grund. „Der hat vor 36 Jahren meiner Tochter Svenja wohl das Leben gerettet.“ Da verwundert es auch nicht, dass die Leidenschaft für die Feuerwehr auch auf die Kinder überging. Tochter Svenja ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Sommerrain aktiv und Sohn Marcus als stellvertretender Wachabteilungsführer in der Hauptfeuerwache in Bad Cannstatt im Einsatz. Der Name Hohl bleibt der Feuerwehr also weiterhin erhalten.

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