Ingrid Vanek bei ihrer Verabschiedung. Foto:  

Ingrid Vanek, die Rektorin der Carl-Benz-Schule, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Sie genoss bei Schülern, Eltern und Lehrern eine hohe Wertschätzung. Ihre Tür stand immer offen

Bad Cannstatt - Schüler, Lehrer, Funktionäre von Stadt und Vereinen, alte Weggefährten und natürlich Freunde und Familie – alle waren gekommen, um Ingrid Vanek als Rektorin der Carl-Benz-Schule Lebewohl zu sagen. Welch hohes Ansehen sie sich in ihrer Zeit erarbeitet hat, konnte man am Geschenketisch bei der Verabschiedung sehen. Dieser hatte kaum genug Platz für alle Mitbringsel.

Was alle Redner bei der Verabschiedungszeremonie gemeinsam betonten, war das „beeindruckende Engagement“, das Ingrid Vanek bei ihrer Arbeit an den Tag legte. Daneben bezeichnete Thomas Schenk, Amtsleiter beim Staatlichen Schulamt Stuttgart, sie als „große Kümmerin“. Diesen Eindruck bestätigte auch das Lehrerkollegium, das den Hit „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang in „Skandal im Hallschlag“ umgedichtet hatte und „vom Rektorat, vor dem sich Lehrer, Schüler und Eltern die Füße platt treten“ sang. Der Hintergrund: Die Rektorin hatte immer ein offenes Ohr für jeden und stets das große Miteinander im Blick.

Leidenschaft für das Lehren

Ihre Leidenschaft für das Lehren spürte sie dabei bereits in ganz jungen Jahren: „Schon als Kind ging mir durch den Kopf, Lehrerin zu werden.“ So hat sie schon früher ihren Spielkameraden kleine Aufgaben gestellt, die zu lösen waren. „Nicht immer zu deren Freude“, plauderte sie aus dem Nähkästchen. Ihre ersten wirklichen pädagogischen Schritte machte sie dann im Aktionskreis Gastarbeiter in ihrer hohenlohischen Heimat Pfedelbach. Dabei förderte sie vier Stunden in der Woche Kinder von Gastarbeitern. „Diese Arbeit kam mir auch bei der Tätigkeit an der multikulturellen Carl-Benz-Schule zugute.“

Zum Studium – sie studierte Englisch und Sport – ging es dann nach Reutlingen. Von dort aus 1978 zum Referendariat an die Cannstatter Altenburgschule. „Dort entstanden auch erste Kontakte zur Carl-Benz-Schule.“ An der Altenburgschule blieb sie bis 2003. Sie unterrichtete ihre beiden Fächer und sei mit Leib und Seele Klassenlehrerin gewesen. Nebenbei war sie von 1996 bis 2004 auch als Lehrbeauftragte im Seminar in Nürtingen tätig und kümmerte sich dort um Ausbildung, Beratung und Begleitung von Lehreranwärtern. 2003 wurde sie dann Konrektorin an der Werkrealschule in Ostheim. Damit kam sie ihrem gewünschten Ziel, „Schule zu verändern“, einen Schritt näher.

Seit 2010 Rektorin

Dieses Ziel erreicht hat sie dann im Jahr 2010, als sie Rektorin der Carl-Benz-Schule wurde. „Die Ganztagsschule bietet unheimlich viele Möglichkeiten zur Veränderung.“ Dort arbeitete sie neun Jahre – immer unter ihrem Motto „Schule als Lern- und Lebensort“. So hat sie etwa eingeführt, dass die Schüler die Mittagsstunden zur freien Verfügung haben, in der sie ohne erwachsenen Einfluss ihre Zeit nutzen können.

Viel Zeit zur Verfügung wird Ingrid Vanek jetzt haben. Was sie damit genau machen will, weiß sie noch nicht: „Ich werde einfach mal in den Tag hinein leben, viel lesen, mich sportlich betätigen und Zeit mit meinem Mann verbringen. Reisen und wandern werde ich auch viel.“ Um es mit den Worten von Cannstatts Schultes Bernd-Marcel Löffler zu sagen: „Genießen sie die nächsten Jahre!“

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