Der Verlauf des S-Bahn-Tunnels zwischen Neckarbrücke und S-Bahn-Halt Mittnachtstraße. Foto: DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH

Vergangene Woche starteten die Vortriebsarbeiten im Bereich der neuen Neckarbrücke. Der S-Bahn-Tunnel Rosenstein wird nach seiner Fertigstellung 1170 Meter lang sein.

Bad Cannstatt - Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH hat am Dienstag den Tunnelanschlag für den vom Neckarufer aus vorzutreibenden Teil des S-Bahn-Tunnels Rosenstein gefeiert. Der künftige S-Bahn-Tunnel wird zwischen der Neckarbrücke, die zur Zeit für knapp 35 Millionen Euro gebaut wird, und der neuen S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße verlaufen. „Der Tunnelvortrieb geht sehr gut voran, und der Anschlag der S-Bahn-Röhre ist ein sehr wichtiger Schritt für unser Gesamtprojekt“, sagte Harald Klein, Mitglied der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, bei der Tunnelanschlagsfeier.

Der künftige S-Bahn-Tunnel Rosenstein wird nach seiner Fertigstellung insgesamt 1170 Meter lang sein. Er wird von zwei Punkten aus vorgetrieben, vom Zwischenangriff Abstellbahnhof und vom Rosensteinportal aus. Vom Bereich des Rosensteinparks am Neckarufer aus wird ein Teil des rund 570 Meter langen zweigleisigen Abschnitts der Röhre aufgefahren. Direkt neben dem S-Bahn-Tunnel laufen am Rosensteinhang seit Dezember des vergangenen Jahres die Arbeiten am zweigleisigen Teil des Fernbahntunnels. Dort ist der Vortrieb bereits zu etwa 60 Prozent abgeschlossen: Das heißt, 410 Meter für den neuen Tunnel sind bereits erledigt. „Hier wird ein wichtiger Teil für eine gute Verbindung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region und darüber hinaus gebaut, was uns ein großes Anliegen ist. Ich wünsche den Mineuren ein unfallfreies Bauen“, sagte Tunnelpatin Andrea Klöber, stellvertretende Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart und Bezirksvorsteherin von Feuerbach.

150 Mineure im Einsatz

Auf den unterirdischen Baustellen nach Bad Cannstatt arbeiten täglich rund 150 Mineure. Die Hauptvortriebsarbeiten an der S-Bahn-Röhre und auch am Tunnel Bad Cannstatt sollen bis Anfang 2020 abgeschlossen sein. Für den Bau des Tunnels Bad Cannstatt im Bereich des Rosensteinparks am Neckarufer mussten im Februar 2018 sechs sogenannte Juchtenkäferpotenzialbäume gefällt werden. Um die Bäume fällen zu dürfen, hatte die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH vor vier Jahren eine Planänderung beim Eisenbahn-Bundesamt beantragen müssen. Im Zuge dieses Verfahrens war schließlich die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich, die im Rahmen einer Stellungnahme im Januar 2018 – also zweieinhalb Jahre nach Beantragung der Planänderung – erfolgte. Durch das Planänderungsverfahren verzögerte sich auch der Bau des S-Bahn-Tunnels Rosenstein. Insgesamt geht der Tunnelvortrieb im gesamten Bahnprojekt Stuttgart–Ulm gut voran: Rund 90 Prozent dieser extrem aufwendigen Arbeiten sind abgeschlossen, in Summe über 106 Kilometer der Tunnelröhren sind vorgetrieben.

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