Bald werden wohl deutlich mehr Polizisten vor dem Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs auflaufen Foto: dpa

Polizei wird aus vier Bundesländern verstärkt. Die Bahn muss bei Artenschutz nachbessern.

Stuttgart - Die baden-württembergische Landesregierung rüstet sich für den geplanten Abriss des Südflügels am Stuttgarter Hauptbahnhof. Nach Informationen unserer Zeitung hat Innenminister Reinhold Gall (SPD) rund 1000 Polizisten aus anderen Bundesländern angefordert. Die Einsatzkräfte, die die Landespolizei unterstützen sollen, kommen aus Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie von der Bundespolizei. Sobald es „grünes Licht“ von der Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt für den Abriss des Südflügels gebe, werde man die Kräfte anfordern, hieß es am Dienstag aus Kreisen der grün-roten Regierung.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanz-Staatssekretär Ingo Rust (SPD) sagten am Dienstag, man halte „am bisherigen Zeitplan“ fest. Noch „in ­dieser Woche“ sollten die Vorbereitungen für den Abriss beginnen. Kretschmann übte in diesem Zusammenhang scharfe Kritik am „zögerlichen Entscheidungsverhalten“ des Eisenbahn-Bundesamtes. „Es kann so nicht weitergehen, dass wichtige Fragen so lange verzögert werden“, sagte Kretschmann.

Bäume bleiben vorerst stehen

Gegen das Fällen von 108 Bäumen im Schlossgarten wird sich die grün-rote Landesregierung nicht wenden. Man werde der Entscheidung der Experten folgen, die einige Großbäume für nicht versetzbar halten, teilte das Staatsministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Schlichter Heiner Geißler hatte Ende 2010 der Bahn aufgetragen, möglichst alle Bäume zu erhalten.

Gefällt wird vorerst aber nicht, weil die Bahn erst ihre Maßnahmen zum Schutz von Juchtenkäfern, Fledermäusen und Vögeln im Schlossgarten vorlegen muss. Das Regierungspräsidium hat die Gutachten geprüft – und eine wenig schmeichelhafte Beurteilung abgegeben, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach sind die vorgelegten Untersuchungen „aus heutiger Sicht unvollständig und veraltet“.

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