Nicht nur in der Innenstadt Stuttgarts, auch auf den Fildern ist es jetzt unübersehbar: Stuttgart 21 kommt. Was auf den verschiedenen Baustellenflächen rund um Flughafen und Autobahn passiert, erklären wir hier.
LE/Fasanenhof/Plieningen - Robert Berghorn ist der Chef auf den Fildern: Er ist technischer Leiter des Filderabschnitts von Stuttgart 21 und als solcher zuständig für das, was auf den verschiedenen Baustellen entlang der Autobahn im Bereich Plieningen, Fasanenhof, Messe und Flughafen so passiert.
Dass Stuttgart 21 ein Großbauprojekt ist, steht außer Frage. Und so ist es ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren: Es braucht nicht nur die Tunnelbaustellen am Fasanenhof oder am Flughafen, auf denen die Tunnelröhren entstehen, in denen später die Züge fahren werden. Es braucht auch Zufahrtswege auf die verschiedenen Baustellenflächen, es braucht Lagerflächen, auf denen ausgehobenes Material aufbewahrt werden kann, es braucht viele Rädchen, die ineinandergreifen. Die „Arbeitsgemeinschaft Neubaustrecke – Flughafentunnel“ – das sind die Baufirmen Züblin und Max Bögl – beschäftigt derzeit etwa 450 Mitarbeiter auf der Baustelle.
Wie funktioniert eine Baustelle während einer Pandemie?
Und wie beeinflusst die Coronapandemie eine solche Großbaustelle? Die meisten Arbeiten geschehen im Freien, wo die Ansteckungsgefahr erwiesenermaßen geringer sei – insofern sei man bisher gut gefahren, sagt Robert Berghorn. Seit Herbst 2020 wird regelmäßig getestet, zwei Teststationen sind dafür auf den Filderbaustellen eingerichtet worden, diese werden „auch arbeitsmedizinisch betreut“. „Im Tunnel wird im Schichtdienst 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche gearbeitet“, erklärt Berghorn, „getestet wird vor dem Schichtantritt“. In den Innenräumen gelte das, was auch sonst überall gelte: Abstand halten, Maske tragen.
Im Bereich Messe/Flughafen komme es der Baustelle manchmal entgegen, dass dort derzeit kaum Betrieb herrsche: „Brauchen wir temporäre Straßenabsperrungen, etwa wegen Leitungsverlegungen“, erklärt Berghorn, „so ist das aktuell einfacher, da kaum Autoverkehr ist“. Die Baustelle sei geplant und eingerichtet worden, als noch niemand von Corona sprach – darum stehen beispielsweise auch die zehn Meter hohen Lärmschutzwände an der Messepiazza: Sie sollen den Hotelgästen zugute kommen. „Dass die Hotels jetzt geschlossen waren, konnten wir natürlich nicht ahnen.“
Das Infozentrum soll später kommen
Auch ein Infozentrum für Besucher und Anwohner am Flughafen war eigentlich geplant – wegen der Pandemie ist dieses bis auf Weiteres verschoben. „Das ist sehr schade“, sagt Berghorn. Auch die aktuell ausgesetzten Baustellenführungen seien gut angenommen worden. „Aber“, so fügt er an und lacht, „wir sind hier noch eine Weile. Es wird auch wieder andere Zeiten geben“.
Zu den Stuttgart-21-Baustellen auf den Fildern gibt es Bilder und weitere Informationen in unserer Bildergalerie – klicken Sie sich durch!