Von Mb Montag an findet eine Erörterung zu der stark erhöhten Grundwasserentnahme im Schlossgarten statt. Foto: dpa

Das Umweltamt der Landeshauptstadt und das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Freiburg) werden sich bei der am Montag startenden Erörterung zum Bahnprojekt Stuttgart 21 nicht äußern.

Stuttgart - Das Umweltamt der Landeshauptstadt und das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Freiburg) werden sich bei der am Montag startenden Erörterung zum Bahnprojekt Stuttgart 21 nicht äußern. Von Montag bis Mittwoch geht es im 1800 Zuhörer fassenden Apollo-Theater im Möhringer SI-Centrum um die Frage, ob zum Bau des Tiefbahnhofs 6,8 statt der bisher genehmigten drei Millionen Kubikmeter Grundwasser aus dem Schlossgarten abgepumpt werden dürfen. Dagegen liegen dem Regierungspräsidium Stuttgart (RP) rund 11 000 Einwendungen vor.

Für die Bürger wäre es interessant zu wissen, was die Fachleute aus den Behörden zum Antrag der Bahn sagen. Der Konzern hat zwar seit 2005 eine grundsätzliche Baugenehmigung, ohne die deutliche Erhöhung der Wassermenge können die Arbeiten aber extrem schwierig werden, weil die Baugruben voll Wasser laufen könnten. Die Bahn will im März 2014 den Tiefbau starten.

„1800 Plätze im Apollo, wäre doch gelacht, wenn die Sitzung nicht gesprengt werden würde“

Die Behörden wollen ihre schriftlichen Stellungnahmen bis zum 31. Juli beim RP abgeben. Ihre Anträge auf Fristverlängerung wurden bewilligt, nicht aber die Bitte um Verschiebung der Erörterung. Das Präsidium hatte eine Verschiebung auf September mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Bahn ihr Recht auf zügige Erörterung ansonsten einklagen könnte. Die Entscheidung brachte dem RP massive Kritik von Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ein. Ihre Fachleute wollen die Behörden nun entsenden, es würde aber „keine Auskünfte zu Inhalten oder dem Bearbeitungsstand“ geben, teilte Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) für die Stadt dem RP-Präsidenten Johannes Schmalzl (FDP) mit. Ähnlich hat sich dem Vernehmen nach das Landesamt geäußert.

Das RP sammelt und fasst die Einwände bis zum Jahresende für das allein entscheidende Eisenbahn-Bundesamt (Eba) zusammen. Die Projektgegner trommeln im Internet für eine möglichst große Zahl fragender Bürger. „1800 Plätze im Apollo, wäre doch gelacht, wenn die Sitzung nicht gesprengt werden würde“, schreibt Parkschützer Hans Peter Piepho. Die Erörterung der Einwendungen beginnt täglich um 9 Uhr. Am Montag und Dienstag hat das RP das Theater bis 22 Uhr gebucht.

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