Im vom Land und der Bahn initiierten Filderdialog soll über Alternativen zur bisher geplanten, aber noch nicht genehmigten Anbindung des Flughafens an den neuen Tiefbahnhof diskutiert werden. Außerdem geht es um die Lage des Fernbahnhofs am Flughafen. Im Bild: Staatsrätin Gisela Erler und Moderator Ludwig Weitz. Foto: Peter-Michael Petsch

Stadt und Region fürchten, dass die bisher geplante Direktanbindung an den Flughafen gekippt wird.

Stuttgart - Der Streit um den geplanten Filderdialog zu Stuttgart 21 wird giftiger: In einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), das unserer Zeitung vorliegt, warnen OB Wolfgang Schuster und Regionalpräsident Thomas Bopp (beide CDU) das Land davor, den Eindruck zu erwecken, dass es bei der Bürgerbeteiligung „keine Tabus bei den Varianten“ gebe und alles auf den Prüfstand komme. „Dies können wir nicht mittragen“, betonen Schuster und Bopp.

Stadt und Region befürchten, dass im Filderdialog die bisher geplante Direktanbindung von Fern- und Nahverkehrszügen aus Süden an den Flughafen gekippt wird und Fluggäste stattdessen in Vaihingen oder Böblingen in die S-Bahn umsteigen müssen. Die Fern- und Regionalzüge würden stattdessen über die Gäubahn und erst im Talkessel an den neuen Tiefbahnhof eingebunden. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich bereits für diese Variante stark gemacht.

Schuster und Bopp beharren auf der Vollanbindung des Flughafens; diese habe für sie „besonderes Gewicht“, heißt es im Brief an Kretschmann. Auch die Mehrheit der Bürger habe sich auf der Planungsgrundlage in der Volksabstimmung für Stuttgart 21 entschieden.

Schuster und Bopp kritisieren zudem die „einseitige, nicht abgestimmte“ personelle Besetzung der Vorbereitungsgruppe für den Dialog. Vor wenigen Tagen hatte der Bevollmächtigte der Deutschen Bahn die Unparteilichkeit von Dialog-Moderator Ludwig Weitz infrage gestellt.

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