Will weitere Grundsteine in Stuttgart legen: Architekt Christoph Ingenhoven (links) mit Bahn-Chef Rüdiger Grube. Foto: dpa

Der Bahnhofsarchitekt Christoph Ingenhoven pocht auf Alleinaufträge für den Umbau der Klett-Passage und das erste Gebäude im neuen Stadtteil. Die Stadt sieht dafür keine Rechtsgrundlage.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart wird den Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven nicht direkt mit dem Umbau der Klett-Passage, der Gestaltung der Schillerstraße und dem Neubau des ersten Gebäudes im neuen Stadtteil hinter dem Tiefbahnhof beauftragen. „Wir streben zur Gestaltung des Bahnhofumfeldes zwei Wettbewerbe an“, erklärte Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) am Donnerstag das Vorgehen. Dem Architekten des Tiefbahnhofs beim Projekt Stuttgart 21 sei dies erläutert worden. Ingenhoven habe die Sitzung dann abrupt verlassen, seinen Standpunkt schriftlich dargelegt und die Stadt aufgefordert, den Dissens nicht öffentlich zu machen. Das übernahm er bei der Grundsteinlegung vergangenen Freitag mit scharfer Kritik an der Stadt selbst. „Dieses Vorgehen bringt uns keinen Deut weiter“, so Pätzold. Ingenhoven setzte auf „öffentliche Wirkung“ statt eines Dialogs. Wettbewerbe seien „allgemein geforderter und anerkannter Standard in Stuttgart“.

Es gebe „keinen fälligen und durchsetzbaren Anspruch“ von Ingenhoven gegen die Stadt, der dem Architekten einen Alleinauftrag sichern könnte, sagt der Bürgermeister. Die Stadt stütze sich dabei auf ein neues Gutachten. Ingenhoven leitet sein Recht auf Exklusivaufträge aus dem alten Bahnhofswettbewerb von 1997 ab. „Rein juristisch besteht eine Auftragsverpflichtung. Die Festlegung hat vor 17 Jahren stattgefunden“, hatte Ingenhoven bereits im November 2015 dieser Zeitung bei der Frage nach dem Gebäude im neuen Stadtteil gesagt. Dabei hatte er eine rechtliche Auseinandersetzung angedeutet.

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