Wie hier in Stuttgart wollen Gegner des Bauvorhabens auch in New York gegen Stuttgart 21 auf die Straße gehen. Foto: dpa

Der Protest gegen des Bahnprojekt Stuttgart 21 soll nun auch den Atlantik überspringen.

Stuttgart/New York  - Der Protest gegen des Bahnprojekt Stuttgart 21 soll nun auch den Atlantik überspringen. Wie das Bündnis gegen das Milliarden-Vorhaben am Dienstag mitteilte, wird Volker Lösch, Mitglied der künstlerischen Leitung des Schauspielhauses in Stuttgart, den ersten Schwabenstreich in Übersee veranstalten.

Auf den Times Square mit Topfdeckeln Krach schlagen

Gemeinsam mit erwarteten 20 bis 50 Freunden und Bekannten der Demonstranten im Schwabenland wolle er an diesem Mittwoch gegen 19 Uhr auf dem Times Square mit Tröten, Topfdeckeln und Schnarren gegen das Vorhaben anlärmen, sagte ein Sprecher der Initiative.

Schwaben in New York solidarisieren sich

Lösch zeigte sich in der Mitteilung überzeugt, dass sich die Schwaben in New York gegen den geplanten „Vandalismus am Bonatzbau“ solidarisieren und die Aktion auch bei den New Yorkerinnen auf Sympathie treffen werden. Bei Stuttgart 21 sollen die Seitenflügel des Gebäudes von Paul Bonatz (1877-1956) für den Bau eines unterirdischen Bahnhofes abgerissen werden. Der Schwabenstreich wird nach Angaben des Bündnisses derzeit nicht nur in einigen Stuttgarter Stadtteilen, sondern auch in Tübingen, Leinfelden-Echterdingen und Berlin veranstaltet.

Kritik an Christoph Ingenhoven

Eine Arbeitsgemeinschaft Hauptbahnhof Stuttgart, der auch der Bonatz-Enkel Peter Dübbers angehört, kritisierte den Stuttgart-21- Architekten Christoph Ingenhoven. Dessen Aussage, der neue Bahnhof könne nur ohne Seitenflügel des denkmalgeschützten Bonatz-Baus realisiert werden, stimme nicht. Schon in der Ausschreibung des Projektes sei den Teilnehmern ausdrücklich freigestellt worden, das Bauwerk als Ganzes zu erhalten. Nach Dübbers Überzeugung ist es möglich, den Tiefbahnhof auch mit den Seitenflügeln zu bauen. Laut Ingenhoven kollidiert aber das Fundament der Randgebäude mit den von ihm geplanten Zugängen zum Tiefbahnhof. Keiner der fast 200 Entwürfe für den Wettbewerb habe die Flügel vollständig erhalten.

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