Stuttgart 21 Acht Kilometer Tunnel im Albvorland sind gebohrt

Von Konstantin Schwarz 

Der Albvorlandtunnel wird von Kirchheim aus in Richtung Wendlingen gegraben. Foto: Arnim Kilgus
Der Albvorlandtunnel wird von Kirchheim aus in Richtung Wendlingen gegraben. Foto: Arnim Kilgus

Die Arbeiten für die beiden Röhren im Albvorland schreiten voran. Beim Vortrieb werden zwei Bohrmaschinen eingesetzt. Sie haben fast die Hälfte der Strecke geschafft.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG hat bei den Bauarbeiten für die beiden Röhren des Albvorlandtunnels zwischen Wendlingen und Kirchheim die Marke von 8000 Metern überschritten. Bis zum 15. Oktober konnten laut Bahn 8022 Meter gebohrt werden. Die Röhren werden mit zwei Maschinen von Kirchheim aus erstellt, die das Gestein mit einem großen Schneidrad ausbrechen und rund 54 000 Beton-Fertigteile zur Tunnelwand zusammenfügen. Die Röhren sind zusammen insgesamt 16,35 Kilometer lang, dazu kommen in diesem Bauabschnitt eine Güterzuganbindung von der ICE-Strecke nach Plochingen und die kleine Wendlinger Kurve als Verbindung nach Tübingen.

Abschnitt ist zeitkritisch

Der 380 Millionen Euro teure Albvorlandtunnel gilt auf der neuen ICE-Strecke Wendlingen-Ulm als zeitlich kritisch. Die Strecke soll Ende 2022 unabhängig vom Bahnprojekt Stuttgart 21 in Betrieb gehen, darauf haben sich Bahn AG und Projektpartner verständigt.

Mit dem Ausbau (Gleise, Oberleitung) im Albvorlandtunnel muss laut dem jüngsten Rahmenterminplan Ende 2020 begonnen werden, um das Datum der Inbetriebnahme zu halten. Bei der Sitzung des S-21-Lenkungskreises waren mit Datum vom 23. April erst 2380 Meter gegraben gewesen. Rechnet man die seitdem erreichten 5642 Meter auf die Tagesleistung um, konnte die Baufirma Implenia am Tag rund 32 Meter Tunnel herstellen. Würde diese Leistung gehalten, hätten die Bohrmaschinen Ende August 2019 ihre Arbeit erledigt und könnten zerlegt und abtransportiert werden.

Für den Albvorlandtunnel gibt es, anders als für andere Streckenabschnitte, keinen Zeitpuffer mehr. Die Bahn hat für die rund 60 Kilometer lange Strecke von Wendlingen nach Ulm mit ihren neun Tunneln ab Ende 2021 einen einjährigen Test- und Probebetrieb vorgesehen. Er umfasst zum Beispiel die Prüfung der Leit- und Sicherungstechnik und Hochtastfahrten. Die Projektgesellschaft der Bahn und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla wird bei der nächsten Sitzung des Lenkungskreises am Montag, dem 5. November, in Stuttgart den aktualisierten Terminplan vorlegen.

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