Die geplante Haltestelle Staatsgalerie beim Planetarium. Foto: Visualisierung: Ingenhoven

Der Gemeinderat hat sich mit den Weiterungen des Projekts Stuttgart 21 beschäftigt. Der Bau des Tiefbahnhofs wird den Stadtbahn-Betrieb verändern, eine Schule zeitweise den Pausenhof kosten und zu einem zweiten Deckel über der B 14 führen.

Stuttgart - Der Neubau des Hauptbahnhofs mit acht Gleisen in Tieflage wird in der Landeshauptstadt zu einer weitere Überdeckelung der Bundesstraße 14 führen. 2006 war kurz vor der Fußball-WM vor der Landesbibliothek ein erster Deckel als Ersatz für eine Fußgängerbrücke  über die dort tief liegende B 14 gelegt worden. Weitere Deckel, vor allem vor der Staatsgalerie, sollten folgen. Wegen des Wirtschafts- und Steuereinbruchs verschwand die Planung allerdings in der Schublade. Die Tieferlegung und Überdeckelung der Verkehrsschneise vor der Staatsgalerie hätte 80 Millionen Euro gekostet.

Neuer Deckel

Deutlich billiger als vor der Staatsgalerie soll ein solches Bauwerk zwischen Gebhard-Müller-Platz und dem neuen Innenministerium werden. Für die 120 Meter rechnet die Stadt für ihren Anteil mit 14 Millionen Euro. Die weiteren Kosten, die am Dienstag im Technischen Ausschuss des Gemeinderats nicht beziffert worden sind, muss die Bahn tragen. Denn ihr Neubau samt Weichenfeld kreuzt die heutige Unterfahrung unter dem Gebhard-Müller-Platz genauso wie die dortigen Röhren der Stadtbahn. Ein Vertrag zur Kostenübernahme steht allerdings noch aus.

Der neue Deckel wird eine ebenerdige Verbindung zwischen dem Kernerviertel und dem Mittleren Schlossgarten schaffen. Dort finden sich der künftige Südeingang des neuen Hauptbahnhofs und die neue Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie. Die Abbiegespuren zur Schillerstraße sollen vom Park abgerückt werden, so dass 2000 Quadratmeter mehr Grünfläche entstehen.

Grundsätzlich beschlossen worden war bereits 2001 ein Grobkonzept. Nun geht es um die Feinplanung, um eine Allee und Radwege entlang der B 14, die Gestaltung des Deckels, des Überwegs, der Bus- und Taxi-Stellflächen. Es „macht Spaß, zu den Details zu kommen“, zeigte sich CDU-Fraktionschef Alexander Kotz begeistert von den Möglichkeiten. Wichtig für ihn: „Fallen Fahrspuren und Straßenraum weg?“ Vertreter des Tiefbauamts beruhigten. Den Autofahrern gehe kein Zentimeter verloren.

Vertreter von SPD, FDP und Freien Wählern lobten die städtebauliche Verbesserung, Jochen Stopper von den Grünen zeigte sich bei den Kosten ungläubig. Müsse die Stadt tatsächlich 14 Millionen Euro zahlen, oder doch mehr? Die genauen Kosten werde man im kommenden Jahr nennen, versprach Technikbürgermeister Dirk Thürnau. Dann seien die Pläne noch detaillierter, dann stehe der Grundsatzbeschluss an. Gebaut werden könne erst dann, wenn die Stuttgarter Straßenbahnen ihre Haltestelle Staatsgalerie neu gebaut hätten, also frühestens von 2017 an.

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