Für den erweiteren Schienenanschluss des Flughafens gibt es eine Lösung. Die Bahn will dafür zusätzliches Geld zur Verfügung stellen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Land, Stadt und Region Stuttgart wollen einen besseren als den von der Bahn bisher beim Projekt Stuttgart 21 vorgesehenen Flughafenanschluss für die Gäubahn. Dafür müssen sie dem Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer am kommenden Montag Millionenbeträge zusagen.

Stuttgart - Land, Stadt und Region Stuttgart wollen einen besseren als den von der Bahn bisher beim Projekt Stuttgart 21 vorgesehenen Flughafenanschluss für die Gäubahn. Dafür müssen sie dem Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer am kommenden Montag Millionenbeträge zusagen.

80 Millionen Euro soll der vor sechs Wochen beim Treffen in Berlin von allen befürwortete Bau eines Zusatzgleises neben der heutigen S-Bahn-Station Terminal kosten. Außerdem gibt es einen kreuzungsfreien neuen Abzweig von der Bahnstrecke Böblingen-Vaihingen nach Leinfelden (den das Land allein zahlen soll), und die bisherige S-Bahnstrecke durch Leinfelden wird Überholgleise erhalten.

Den Aufwand will Kefer nicht aus dem S-21Budget von 6,5 Milliarden Euro bestreiten. Die mit weniger Aufwand verbunden Bahnpläne würden, argumentiert das Bundesunternehmen, für einen staufreien S-Bahn-Verkehr ausreichen. Ein Gutachter sieht das anders.

„Die Bahn hat das akzeptiert“

Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will am 14. April im Kabinett die geänderten Pläne vorstellen und erwartet Kopfnicken für die Abgabe einer Absichtserklärung. Von den 80 Millionen Euro soll das Land über zusätzliche Zugbestellungen 30 Millionen Euro bringen.

„Die Bahn hat das akzeptiert“, sagt ein Sprecher Hermanns. Außerdem zahlt das Land für den Nahverkehrshalt im Bahnhof Vaihingen. Hier sollen Züge der Gäubahn aus Singen so bald wie möglich Station machen, was den Umsteig zum Flughafen vereinfacht. Die förmliche Zustimmung des Kabinetts braucht Hermann übrigens nicht.

Zustimmungspflichtig ist dagegen der Vorschlag, den Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) dem für die S-Bahn verantwortlichen Regionalverband machen wird. 20 Millionen Euro soll der Verband in fünf Jahresraten von 2018 an an die Bahn zahlen. Für Stuttgart 21 wird er bis dahin 100 Millionen Euro nach Berlin überwiesen haben. Formal kann der Verkehrsausschuss der Region am Mittwoch nur eine Absichtserklärung abgeben, das Plenum tagt erst am 22. Juli.

Die Absichtserklärung gäbe die „Marschrichtung für den Stuttgart-21-Lenkungskreis am Montag “, sagt Bopp, „die Bahn hat dann Sicherheit und kann weiter planen“. Der Extra-Finanzierungsvertrag für die alternative Flughafenanbindung der Gäubahn würde danach geschlossen werden. Fertig werden soll der Anschluss spätestens Ende 2023.

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