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Konfliktparteien sollen zum zweiten Mal an einen Tisch. Doch daraus wird wohl nichts.

Stuttgart - Bevor Mitte Januar die Bauarbeiten für Stuttgart21 weitergehen sollen, will der Stuttgarter Soziologieprofessor Ortwin Renn die Konfliktparteien an einen Tisch bringen. Die Resonanz auf den Vorstoß ist durchwachsen.

Renn hat ein Gespräch mit dem Aktionsbündnis gegen S21, der Parkschützer-Initiative, den Polizeieinsatzleitern und den Polizeigewerkschaften vorgeschlagen. Ihm gehe es nicht darum, das Demonstrationsrecht zu beschneiden, betont Renn: "Mein Ziel ist es, eine Eskalation zu vermeiden."

Der Soziologe hatte am 19.Dezember im Rathaus das erste sogenannte Bürgerforum geleitet. Dabei loteten Experten Möglichkeiten aus, wie Bäume im Schlossgarten gerettet werden könnten, die den S-21-Arbeiten im Weg stehen.

Parkschützer: Renn für uns die ungeeignete Persönlichkeit

Die Parkschützer lehnen Renns Einladung für ein zweites Forum rundweg ab. "Beim ersten Bürgerforum durften keine Bürger dabei sein - deshalb ist Herr Renn für uns die ungeeignete Persönlichkeit für ein solches Treffen", erklärten die Parkschützer am Dienstag. Außerdem sei es zum jetzigen Zeitpunkt "völlig verfehlt", über Bauarbeiten im Park zu sprechen. Erst müssten Bahn und Landesregierung bei S21 Kostentransparenz sicherstellen.

Auch die Polizei reagiert verhalten auf Renns Vorschlag. Weil man "nicht auf Konfrontation aus" sei, führe man schon seit Monaten mit dem Aktionsbündnis Gespräche, betonte Stuttgarts Polizeipräsident Thomas Züfle. Außerdem deute derzeit nichts auf eine Eskalation hin. "Man sollte sie, auch wenn es gut gemeint ist, nicht herbeireden", so Züfle. Soll es ein Treffen geben, wäre es aus seiner Sicht "zielführender", wenn auch die Deutsche Bahn mit an Renns Tisch geladen werde.

Das Aktionsbündnis und Ortwin Renn waren am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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