Stuttgart 21 Bahn gerät bei S21 in extreme Zeitnot

Von Konstantin Schwarz 

Das Projekt Stuttgart 21 bringt  für den Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer erneut eine unangenehme Entwicklung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Das Projekt Stuttgart 21 bringt für den Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer erneut eine unangenehme Entwicklung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Deutsche Bahn kann ihr Projekt Stuttgart 21 ohne erhebliche Änderungen am Bauablauf nicht wie geplant bis 2021 fertig stellen. Sie will von Projektpartnern und Genehmigungsbehörden mehr Freiheiten fordern.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG kann ihr Projekt Stuttgart 21 ohne erhebliche Änderungen am Bauablauf nicht wie geplant bis Ende 2021 fertig stellen. Sie will von Projektpartnern und Genehmigungsbehörden mehr Freiheiten fordern.

Nach den Terminplänen der Bahn soll der Rohbau für den neuen Tiefbahnhof in StuttgartEnde 2019 fertig sein. Bei dem in 25 Segmente unterteilten Bauwerk hat das Unternehmen bisher erst für einen Abschnitt die Baufreigabe. Der Bahnhof sei so komplex, dass für Berechnungen Abweichungen von diversen Regelwerken vereinbart werden mussten, heißt es. Das habe bestehende Terminprobleme verschärft. Dazu kommen weitere Umplanungen zum Beispiel bei den Fluchttreppenhäusern. Sie neu zu platzieren wurde von der Bahn vor wenigen Tagen beim Eisenbahn-Bundesamt (Eba) beantragt. Die Verschiebung der Rettungswege ist ein deutlicher Eingriff in den im August 2014 im Schlossgarten begonnenen Rohbau.

Der Aufsichtsrat tagt am 15. Juni

Der Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer will dem DB-Aufsichtsrat am 15. Juni „terminliche Probleme“ bei Stuttgart 21 erläutern und mögliche Lösungen aufzeigen. Ohne entsprechende Gegensteuerung könne der anvisierte Termin der Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel Ende 2021 nicht gehalten werden. Um den Bau im Talkessel zu beschleunigen, könnten nach Absprache mit dem Eba, mehr Baugruben gleichzeitig geöffnet und damit an deutlich mehr Segmenten zeitgleich gearbeitet werden als bisher erlaubt. Die bisherige Einschränkung dient vor allem dem Schutz des Grundwassers.

Der Bau könne auch schneller voran gehen, wenn stärkere Eingriffe in den Straßen- und Schienenverkehr zugelassen würden. Bisher musste die Zahl der Fahrspuren rund um die Baustelle beibehalten werden. Für einen rascheren Baufortschritt müsste Geld aus dem S-21-Risikopuffer eingesetzt werden. Das Projekt hatte sich 2013 von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro verteuert. Dabei war ein größerer Puffer geschaffen worden.

Bahnhof hat sich um 24 Millionen Euro verteuert

Den neuesten Stand der Bauarbeiten und der Kosten will Kefer den Stuttgart-21-Partnern Land, Stadt und Region Stuttgart in der Sitzung des Lenkungskreises bekannt geben. Er tagt 30. Juni am Flughafen.

Der Durchgangsbahnhof hat sich seit Ende 2012 um rund 24 Millionen Euro verteuert. Die Kosten für den Rohbau und zwei Abwasserkanäle belaufen sich nun auf 347,44 Millionen Euro. Diese Summe nennt die Bahn in einer Änderung des Bauauftrags. Bei der Änderung musste in der Tunnelzuführung zum Tiefbahnhof zwischen Landhaus- und Urbanstraße wegen der darüber liegenden Bebauung mit höheren Anpralllasten in der Röhre durch entgleisende Züge gerechnet werden.

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