Nur S-Bahnen werden an den Stationen in der Stadt L.-E. halten. Regional- und Fernverkehrszüge werden nach der Realisierung von Stuttgart 21 durchfahren. Foto: Archiv Günter Bergmann

Die Stadt L.-E. bereitet sich jetzt auf die Planfeststellung für Stuttgart 21 auf den Fildern vor. Die S-21-Arbeitsgruppe nimmt die Arbeit wieder auf.

Leinfelden-Echterdingen - Vor zehn Monaten ist die von Stadtverwaltung und Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe Stuttgart 21 letztmals zusammengetreten – um den damals laufenden Filderdialog auszuwerten. Seitdem haben die Ehrenamtlichen aus Gemeinderat, Bürgerinitiativen und Anwohnern Pause. Nun aber können und sollen sie sich wieder in die Arbeit stürzen und die Stadt bei der Vorbereitung auf das Planfeststellungsverfahren für Stuttgart 21 beraten.

Mit der Sitzung am 10. Juni (18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses in Echterdingen), die für den scheidenden Bürgermeister Frank Otte die letzte sein wird, kommt die Stadt einer dringenden Bitte unter anderem der Grünen-Ratsfraktion nach. Auch die LE-Bürger-Stadträtin Sabine Onayli hatte jüngst per E-Mail eine Einberufung der AG S 21 gefordert und sich kurze Zeit später mit großem Verteiler über eine ausstehende Antwort beklagt. Dafür handelte sie sich im Gemeinderat einen Rüffel von Oberbürgermeister Roland Klenk und Sprechern anderer Fraktionen ein. Onayli entschuldigte sich, die Zusammenstellung der Adressaten sei versehentlich zustande gekommen.

Sommermonate zur Vorbereitung nutzen

Bei der kommenden Sitzung will die Stadtverwaltung zunächst einmal die Arbeitsgruppe auf den aktuellen Stand bringen und Informationen zum Planfeststellungsverfahren für den Filderbereich geben. Die Akten für den Abschnitt 1.3 sollen nach Darstellung der Bahn im Herbst vier Wochen lang öffentlich ausgelegt werden. Im Anschluss daran können die Stadt und betroffene Bürger Stellung dazu nehmen. Einsprüche werden später bei einem Erörterungstermin verhandelt. „Wir wollen über den Sommer versuchen, uns mit Gutachtern, der Arbeitsgruppe und einem Anwalt auf das Verfahren vorzubereiten“, sagt Bürgermeister Otte.

Ob bis zur Sitzung bereits die Ergebnisse der Lärmuntersuchungen für die Nutzung der bestehenden S-Bahn-Strecke auch durch Fern- und Nahverkehrszüge der Bahn vorliegen, ist Otte zufolge „noch unklar“. Das gilt auch für die Teilnahme der Bahn an der bevorstehenden Arbeitskreissitzung. Die Bahn sei eingeladen, sagt Otte, der Generalbevollmächtigte Eckart Fricke jedoch verhindert. Ob die Teilnahme eines anderen Bahnvertreters sinnvoll erscheint, werde vorab noch geklärt.

„Keine alten Schlachten schlagen“

Vergangene Woche hatte OB Klenk zudem deutlich gemacht, womit sich seiner Ansicht nach die AG nun nicht mehr beschäftigen soll: „Ich bin nicht mehr bereit, über die Wiedereinführung der Gäubahn zu sprechen. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir unsere Bürger bestmöglich schützen können.“ Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischt­schenko hatte dem überraschend beigepflichtet: „Ich will da auch keine alten Schlachten mehr schlagen.“

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