Am 16. September hat Bahnchef Rüdiger Grube den Grundstein für den neuen Hauptbahnof gelegt. Die Kostenentwicklung bereitet der Bahn Probleme. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Der Bahn-Aufsichtsrat soll auf die Einschätzung des Bundesrechnungshofes reagieren.

Stuttgart - (ks). Die in einem Aktionsbündnis zusammengeschlossenen Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den Bahn-Aufsichtsrat am Montag vor einem „blinden Weiterbau“ gewarnt. Die Bahn-Kontrolleure befassen sich am Donnerstag in einer Sondersitzung mit S 21.

Auf ihrer Pressekonferenz in Berlin bezeichneten die Gegner das neue Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu S 21 als „reines Placebo-Gutachten“. KPMG rechnet mit 6,3 bis 6,7 Milliarden Euro Baukosten und einer Fertigstellung zwischen 2022 und 2024. S 21 ist bis 6,5 Milliarden Euro finanziert.

Rechnungshof teilt Optimismus der DB nicht

Das Gutachten liefere ein geschöntes Bild der Realität, so Professor Christian Böttger für das Bündnis, weil es gravierende Risiken systematisch ausblende. Das Aktionsbündnis verweist auf den Bundesrechnungshof, der im September in seinem Prüfbericht „Unzulänglichkeiten und finanzielle Risiken“ bei S 21 monierte und mit Baukosten von nahezu zehn Milliarden Euro rechnet. Der Rechnungshof hatte auf Kritik der Bahn gesagt, man teile die optimistische Einschätzung des Unternehmens nicht. Die S-21-Gegner haben den Aufsichtsrat daran erinnert, dass „alle Maßnahmen zu unterlassen seien, die zum Eintritt eines Vermögensschadens“ bei der AG führen.

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