Ein Zug fährt in Stuttgart über die Gäubahntrasse. Laut Bahn soll die Gäubahn deutlich später an den Flughafen angebunden werden. (Archivfoto) Foto: dpa

Der Anschluss der Gäubahn an den Flughafen wird von der Bahn zeitlich um ein bis zwei Jahre verschoben. Der Fernbahnhof am Flughafen und die Schnellfahrstrecke sollen aber wie geplant Ende 2021 fertiggestellt werden.

Stuttgart - Der Gäubahnanschluss an den Landesflughafen soll nach der neuesten Planung der Bahn ein bis zwei Jahre später als das Gesamtprojekt Stuttgart 21 in Betrieb gehen. Die Anbindung der Strecke von Singen nach Norden werde damit erst 2022 oder 2023 erfolgen, teilte die Bahn am Dienstag in Stuttgart mit. Dagegen sollen der Fernbahnhof am Flughafen und die Schnellfahrstrecke planmäßig Ende Jahr 2021 fertiggestellt werden. Bedingung dafür sei, dass der Planabschnitt für den Filderbereich am Flughafen in zwei Teile getrennt wird. Der Flughafen kritisierte die Pläne.

Das 6,5 Milliarden Euro teure Vorhaben müsse als Ganzes so früh wie möglich in Betrieb genommen werden. Die Gäubahn soll laut S-21-Finanzierungsvertrag direkt an den Flughafen angebunden werden. Der Airport steuert mit Blick auf diese Anbindung 359 Millionen Euro zu Stuttgart 21 bei.

Ein Teil des bisherigen Planfeststellungsabschnitts 1.3 umfasst nach Informationen der Bahn die Schnellfahrstrecke nach dem Austritt aus dem Fildertunnel, den Fernbahnhalt am Airport und die Weiterführung nach Wendlingen. Separat zur Genehmigung beim Eisenbahnbundesamt müsste dann der Vorhabens-Teil ab der Rohrer Kurve bis zum S-Bahnhalt am Airport eingereicht werden. Für diese Trennung muss laut Bahn aber noch das Eisenbahnbundesamt grünes Licht geben.

Folge der Einigung der S-21-Projektpartner

Die vorgesehenen Veränderungen sind Folge der Einigung der S-21-Projektpartner vom vergangenen Freitag, die unter anderem ein drittes Gleis für die Fern- und Regionalzüge im S-Bahnhof am Airport vorsieht. Nach den Worten von Projektleiter Manfred Leger sind die Projektpartner über die Trennung informiert. Airport-Geschäftsführer Walter Schoefer sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir wollen nicht den Druck vom Kessel nehmen.“

In den nächsten Wochen würden noch Details der Neuplanung untersucht, dabei müsse auch auf Möglichkeiten der zeitlichen Optimierung geachtet werden. Eine Verzögerung sei nicht gut für die Fluggäste, die mit der Gäubahn anreisen wollten. Allerdings befürchte er nicht mehr, dass die Bahn die Anbindung der Gäubahn gar nicht realisieren wolle. Grund sei die Einigung auf das dritte Gleis im S-Bahnhof am Terminal.

Die Bahn hofft, dass die Baugenehmigung des Eisenbahnbundesamtes für den Anschluss des Flughafens und die Schnellfahrstrecke bis Ende des Jahres 2015 vorliegt. So sei der Zeitplan Gesamtprojekt zu halten.

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