Für das Städtebauprojekt Maker City sollen in diesem Winter 134 Bäume gefällt werden. Doch ehe es auf dem Areal bei den Wagenhallen mit dem Bau losgehen kann, müssen noch Eidechsen gefangen und umgesiedelt werden. Im Gemeinderat regt sich Kritik.
Das erste Bauvorhaben auf einer Stuttgart-21-Fläche wird konkret – und ruft neuerlich Einwände hervor. Auf dem Areal zwischen Wagenhallen, Nordbahnhof und Pragfriedhof, der so genannten C-1-Fläche, plant die Stadt das Projekt Maker City. Nun sollen in einem ersten Schritt Bäume gefällt werden, um Platz fürs Baufeld und für Logistikflächen zu schaffen.
Dafür sollen bis Ende Februar 134 Bäume gefällt werden, wovon 51 einen Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern haben und somit unter die Stuttgarter Baumschutzsatzung fallen. Diese Regelung schützt Bäume eigentlich davor, gefällt zu werden. Doch nicht allein dies hat im gemeinderätlichen Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik Kritik ausgelöst.
Hannes Rockenbauch, Stadtrat der Fraktionsgemeinschaft Die Linke und SÖS, bezweifelt, dass die geplanten Ersatzpflanzungen umgesetzt werden. Die neuen Bäume sollen auf Flächen des geplanten Rosensteinviertels in den Himmel wachsen. Allerdings ist der Bau des Quartiers in Frage gestellt, seit die damalige Ampel-Koalition die Regeln für die Umnutzung von bisherigen Bahnflächen verschärft hat. Rockenbauchs Einwand verfing beim Rest der Stadträte jedoch nicht. Der Baubeginn steht deswegen aber nicht unmittelbar bevor. Denn neben den Bäumen sind dem Vorhaben auch geschützte Eidechsen im Weg. Die Reptilien sollen nach den Vorstellungen der Stadt eingefangen und in Ersatzhabitate umgesiedelt werden. Das Ganze wird sich nach derzeitigem Stand bis Frühjahr 2026 hinziehen.