Stuttgart-21-Gegner bei der Erörterung Foto: Jan Reich

Bei der am Montag gestarteten Erörterung zum Flughafenanschluss im Bahnprojekt Stuttgart 21 kämpft Leinfelden-Echterdingen für eine Planungsalternative. Deren Mehrkosten sind von 224 auf nur noch 44 Millionen Euro geschrumpft.

Stuttgart - Bei der am Montag gestarteten Erörterung zum Flughafenanschluss im Bahnprojekt Stuttgart 21 kämpft Leinfelden-Echterdingen für eine Planungsalternative. Deren Mehrkosten sind von 224 auf nur noch 44 Millionen Euro geschrumpft.

Die Alternative war bereits 2012 im Filder-Dialog ein Thema. Die Bahn rechnete für sie 224 Millionen Euro zusätzlich vor. In der Summe waren auch 61 Millionen Euro Risikozuschläge und 96 Millionen Euro Planungskosten enthalten

Das Stuttgart-21-Sprecherbüro bestätigte unserer Zeitung am Montag, dass die Kosten für den umstrittenen, von der Bahn beantragten Flughafenanschluss nicht mehr bei 536, sondern bei inzwischen 716 Millionen Euro lägen. Dafür sollen fünf Kilometer Schnellfahrstrecke, die Einschleifung der Gäubahn zum Flughafen durch den Wald beim Stadtteil Rohr, ein Fernbahnhof am Flughafen und der Umbau des S-Bahn-Halts zum kombinierten S-/Fernbahnhof unter dem Flughafen-Terminal bestritten werden. Die Alternative war mit 760 Millionen Euro angegeben worden. Sie besteht darin, dass S- und Fernbahn getrennte Bahnhöfe erhalten. Damit könne man sich für die Zukunft, wenn die S-Bahn ausgebaut werde, erhebliche Aufwendungen ersparen, sagt Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU).

Als die Alternativpläne 2012 aufkamen, hatte die SPD Verhandlungen mit der Bahn gefordert. Die Region bot zehn Millionen Euro an. Die Grünen hielten den Aufschlag damals für deutlich überhöht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verweigerte letztlich Zuschuss-Gespräche.

In die 760 Millionen Euro seien „diverse Risikobetrachtungen nicht eingegangen“, sagt die Bahn heute, trotz der Zuschläge. Was die Alternative heute kosten würde, wisse man aber nicht. Die Erörterung ihrer Pläne wird an diesem Dienstag um 9 Uhr im Messe-Kongresszentrum fortgesetzt.