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Nach Zwischenfall von Montag haben Statiker das Wort. Abrissarbeiten am Südflügel ruhen.

Stuttgart - Der Stuttgarter Hauptbahnhof muss vorerst weiterhin ohne die Gleise 15 und 16 auskommen. „Es gibt noch keine Einschätzung darüber, wann der Schaden am Bahnsteigdach behoben und die Gleise wieder sicher befahren werden können“, sagt ein Bahnsprecher am Dienstag.

Damit ist auch unklar, wie groß der Schaden ist, der bei den Abrissarbeiten am Südflügel am Montagnachmittag entstand. Nach bisherigen Erkenntnissen der Bundespolizei hatte ein Abrissbagger eine von 15 tragenden Säulen zerstört, der darüber liegende Glasvorhang des Bahnsteigdachs senkte sich an dieser Stelle ab. Was der äußerlich kaum sichtbare Schaden mit der Statik des Hallendachs angerichtet hat, darüber gab es auch am Dienstag keine Informationen. „Es sind mehrere Fachleute der Bahn am Ort, um die Folgen des Absenkens zu beurteilen“, so der Bahnsprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Keine gravierenden Auswirkungen auf Bahnverkehr

Zunächst geht es um die möglichen Sicherungsmaßnahmen, um weitere Schäden zu vermeiden. Dann geht es um die Frage, wie vor allem Gleis 16 wieder sicher befahren werden kann. „Diese Prozesse laufen noch“, heißt es. Dabei sind mögliche technischen Lösungen das eine – wie und mit welcher Firma sie umgesetzt werden, wird in diesen Tagen geklärt.

Die Bahn betont, dass sich der Ausfall der beiden Gleise nicht gravierend auf den Bahnverkehr auswirkt. Fern- und Regionalzüge werden auf andere Gleise umgeleitet. Die dadurch entstehenden Verspätungen werden mit „etwa drei bis fünf Minuten“ angegeben.

Abrissarbeiten vorerst auf Eis gelegt

Bei der Suche nach der Ursache gehen die Ermittlungen weiter. Bei der Schuldfrage geht es auch um den Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Als der Unfall mit dem Abrissbagger am Montagnachmittag geschah, stand noch ein Regionalexpress auf Gleis 16. Obwohl laut Bahnpolizei zumindest Baustaub und kleinere Teile aufs Bahngleis fielen, blieb der Zug unbeschädigt , auch Fahrgäste blieben unversehrt. Der Regionalexpress 19429 konnte um 14.40 Uhr nach Aalen abfahren.

Der Zwischenfall beeinträchtigt nicht nur den Zugverkehr im Kopfbahnhof. Auch die Abrissarbeiten am Südflügel, die am 30. Januar begonnen haben, sind vorerst auf Eis gelegt. Sie können so lange nicht fortgesetzt werden, wie die Frage der Absicherung des Bahnsteigdachs ungeklärt ist. Was das für die Dauer der Abrissarbeiten bedeutet , ist unklar. Ursprünglich waren acht Wochen veranschlagt – bis Ende März.

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