Von einer "Rebellion mit System" war in einem Artikel in der französischen Zeitung Le Monde die Rede. Foto: Le Monde

Das Thema S21 geht auch an den internationalen Medien nicht spurlos vorüber.

Stuttgart - Das Thema Stuttgart 21 erregt die Gemüter - und das längst nicht mehr nur in der Landeshauptstadt. Ganz Deutschland berichtet regelmäßig über die Proteste gegen das umstrittene Bahnprojekt, und auch an den internationalen Medien gehen die "Schwabenstreiche" nicht mehr spurlos vorüber.

"Dass ein Teil des Bürgertums sich jetzt auf Seiten der Ökos schlägt und sich bei den Demonstrationen 30.000 bis 50.000 Menschen versammeln, gleicht einem sozialen Erdbeben im katholischen und konservativen Süddeutschland", heißt es in der französischen Zeitung "Le Monde".

"Wenn es sich nur um die üblichen Protestierer wie die von Grünen, Greenpeace oder Attac handeln würde, wüsste man, was zu tun ist", findet das französische Onlineportal "La Croix". "Aber sogar auf dem Porsche Cayenne des Bürgertums klebt das Logo gegen Stuttgart 21."

"Die Stimmung war ernst, aber gutmütig"

"In Straßburg hatten wir 25 Jahre lang Bauarbeiten. Ich verstehe, dass unsere schwäbischen Nachbarn keine Lust darauf haben, zu bezahlen", kommentiert ein Leser unter einem Artikel über S21 in der Onlineausgabe der Zeitung "Le Figaro".

Frédéric Lemaître ist Korrespondent für die Zeitung "Le Monde" und arbeitet in Berlin. Vor kurzem war er am Bauzaun in Stuttgart dabei und hat für seine Zeitung über die Proteste berichtet. "Die Stimmung war ernst, aber gutmütig", findet er. Im Gespräch mit unserer Redaktion räumte er auch ein, dass das Interesse seiner Landsleute an dem Bahnprojekt nicht ganz so groß sei. "In Frankreich weiß niemand, dass es überhaupt einen Zug von Paris nach Bratislava gibt - und dementsprechend ist auch nicht bekannt, dass dieser Zug durch Stuttgart fährt!"

Wir haben noch in einigen anderen internationalen Online-Medien geschmökert - mehr darüber in unserer Bilderstrecke.

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