Der Brandschutz sowie das Tunnel- ­Sicherheitskonzept und das Entrauchungs- und Entfluchtungskonzept werden vom Eisenbahn-Bundesamt geprüft. Foto: dpa

Der Rohbau beginnt jetzt erst im Juli 2014. Und durch die neuen Fluchttreppen kann es auf den Bahnsteigen Engstellen geben.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn muss bei ihrem Projekt Stuttgart 21 eine weitere Verzögerung hinnehmen.

Das Unternehmen hatte bei der jüngsten Sitzung des S-21-Lenkungskreises dargestellt, dass die Tunnelbauten nach Bad Cannstatt, Ober- und Untertürkheim und zum Flughafen im August 2013 starten würden. Weil das Brandschutz- und das Tunnel-Sicherheitskonzept nicht fertig sind, können der Tunnel- und Bahnhofsbau aber erst im Juli 2014 begonnen werden, sagte ein Sprecher des S-21-Kommunikationsbüros unserer Zeitung. „Erst wenn man die Konzepte genehmigt hat, kann man sagen, welche Auswirkungen das auf die Rohbauten haben wird“, sagte der Sprecher. Es gebe bis Juli 2014 „ausreichend Zeit, um die kritischen Punkte zu diskutieren“.

Fertigstellung Ende 2022

Dieses Jahr sollten bei dem Projekt weitere Vorarbeiten wie der Bau einer Rettungszufahrt beim Wagenburgtunnel erledigt werden. Durch die Verzögerung verschiebt sich die Fertigstellung wahrscheinlich von Ende 2021 auf Ende 2022. Das würde rund 100 Millionen Euro mehr kosten.

Der Brandschutz sowie das Tunnel- ­Sicherheitskonzept und das Entrauchungs- und Entfluchtungskonzept werden vom Eisenbahn-Bundesamt geprüft. Die Bahn hat bereits geänderte Planungen eingereicht. Sie beträfen die neuen Fluchttreppenhäuser, teilte die Bonner Behörde mit.

Die Treppenhäuser sind nötig, um die Rettungszeiten im Brandfall zu verkürzen. Die Treppen engen die bis zu zehn Meter breiten Bahnsteige stark ein. Wie stark, will die Bahn nicht sagen. Aus Darstellungen in der S-21-Schau im Bahnhofsturm lassen sich 1,60 Meter Abstand zwischen Bahnsteigkante und Fluchttreppen schätzen. Die Durchgangsbreiten an den anderen Treppen hatte die Bahn 2011 von 2,05 auf 2,86 Meter vergrößert. Die nötige Mindestbreite werde „im Einzelfall betrachtet“, sagt das Eba.

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