Stuttgart 21 Baufirmen kämpfen um Milliardenaufträge

Von Michael Isenberg 

Züblin (Stuttgart) und Porr (Österreich) liegen bei Ausschreibungen für Bahnhof und Tunnel vorn.

Stuttgart - Nach der Schlichtung drückt die Bahn bei Stuttgart21 aufs Tempo: Im Frühjahr 2011 sollen Großaufträge für den Tiefbahnhof, den Fildertunnel und Teile des Tunnelrings unter der City vergeben werden. Das Gesamtvolumen dürfte bei über einer Milliarde Euro liegen.

Volker Kefer hat die Deutsche Bahn AG während der Schlichtung zu Stuttgart21 vertreten. Der Vorstand für Technik und Infrastruktur hält die Schlichtung für sinnvoll und trägt die Ergebnisse mit. Trotzdem sieht der 54-jährige Manager - wie sein Chef Rüdiger Grube - keine Notwendigkeit für einen Baustopp. Im Gegenteil.

"Wir haben während der sechswöchigen Schlichtung keine neuen Aufträge für Stuttgart21 vergeben", betont Kefer. Allerdings könne man wieder "relativ schnell handlungsfähig" werden. Wer mehr erfahren will über die Ausschreibungen, beißt aber auf Granit. Auch die Baubranche schweigt eisern. Insofern sind alle Angaben zu diesem Thema, vor allem zu konkreten Summen, mit einer gewissen Unsicherheit belastet.

Die Österreicher liegen vorn

Im Frühjahr 2011 will die Bahn die Vergabeverfahren für zwei Großaufträge abschließen. Das erste Paket umfasst die beiden parallelen Röhren des Fildertunnels und des südlichen Tunnelrings nach Ober- und Untertürkheim. Insgesamt sind es 32,3 Kilometer; es ist der größte Teilauftrag von Stuttgart21. Nach Informationen unserer Zeitung liegt zurzeit ein österreichisch-schweizerisches Konsortium unter Führung der Porr AG (Wien) an erster Stelle; das Angebot soll sich im Bereich von 750 Millionen Euro bewegen. Die Konkurrenz, darunter ein deutsches Bauunternehmen, soll mit 900 Millionen Euro deutlich darüber liegen.

Das zweite Paket ist der Bau des künftigen Tiefbahnhofs mit einer rund 800 Meter langen, 80 Meter breiten und bis zu 15 Meter tiefen Baugrube; hinzukommen die Gleiszuläufe, das aufwendige Betonschalendach mit 28 Lichtaugen sowie mehrere komplizierte Kanalverlegungen. Nach Informationen unserer Zeitung liegt zurzeit die Stuttgarter Ed. Züblin AG im Vergabeverfahren in Front; das Angebot soll sich im Bereich von 360 Millionen Euro bewegen. Die Mitbewerber sollen bei 450 Millionen Euro liegen.

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