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Rund 25 Aktivisten protestieren gegen die Fortsetzung der Arbeiten - Polizei muss nicht eingreifen.

Stuttgart - Die Bauarbeiten am umstrittenen Grundwassermanagement für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 sind am Montag fortgesetzt worden. Rund 25 Stuttgart-21-Gegner waren laut Polizei und "Parkschützer"-Sprecher Matthias von Herrmann vor Ort, um gegen die Fortsetzung der Bauarbeiten zu demonstrieren. Alles verlief friedlich, die Polizei musste nicht eingreifen. "Mit seiner Entscheidung hat sich das Eisenbahnbundesamt über das Urteil des Mannheimer Verwaltungsgerichts hinweggesetzt", sagte von Herrmann gegenüber unserem Onlineportal. "In vier Wochen ist die Hauptverhandlung. Es gibt keinen Grund, vorher Fakten zu schaffen und weiter zu provozieren."

Grube: Südflügel-Abriss erst im Januar

Auf die Ankündigung von Bahnchef Rüdiger Grube, den Südflügel erst im neuen Jahr abreißen zu wollen, entgegnete der "Parkschützer"-Sprecher: "Der Plan war ohnehin, den Südflügel erst 2012 abzureißen - das ist also kein Entgegenkommen der Bahn. Außerdem sind wir zuversichtlich, dass das Ergebnis der Volksabstimmung daran noch ordentlich dreht."

Die Bauarbeiten an der Anlage waren Anfang Oktober unterbrochen worden. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim hatte entschieden, dass die Bauarbeiten so lange ruhen müssten, bis geklärt sei, ob die geänderten Pläne der Bahn rechtens sind oder nicht. Geklagt hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

BUND-Landesvorsitzende kritisiert Weiterführung der Arbeiten

Die Bahn ihrerseits beantragte beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) jedoch eine Weiterführung der Arbeiten. Dem wurde am 28. Oktober 2011 stattgegeben. Über die Klage des BUND ist damit jedoch noch nicht geurteilt, Mitte Dezember findet die Verhandlung vor dem VGH statt. Die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender kritisierte, dass die Bahn nun so kurz vor der Volksabstimmung am 27. November und dem Verhandlungstermin nun weiterbaue. „Ich finde das eine völlig überflüssige Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt.“