Stuttgart 21 Bahn zieht Ausschreibung für Gleisbau zurück

Von Konstantin Schwarz 

Für den Stuttgarter Tiefbahnhof läuft der Rohbau. Den Gleisbau will die Bahn nun erneut ausschreiben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Für den Stuttgarter Tiefbahnhof läuft der Rohbau. Den Gleisbau will die Bahn nun erneut ausschreiben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat heftige Verspätung. Nun zieht die Baugesellschaft eine bereits Anfang 2016 erfolgte Ausschreibung für den Gleisbau zurück.

Stuttgart - Die Projektgesellschaft der Deutschen Bahn für Stuttgart 21 hat am Montag nahezu Halbzeit für den neuen Brückenschlag über den Neckar vermeldet. 90 Meter der Stahlbrücke seien bereits über den Fluss geschoben.

Ebenfalls bedeutend für den Baufortschritt dürfte die nicht vermeldete Rücknahme der Ausschreibung für nahezu den kompletten Gleisbau und die technische Ausstattung im Projekt sein. Die Bahn hatte die Arbeiten für Bahntechnik (ohne Oberleitung und Leit- und Sicherungstechnik) und Oberbau (Betonfahrbahn, 92 Kilometer Gleise und 76 Weichen) Mitte April 2016 in zwei Losen ausgeschrieben. Ausgenommen waren der Abstellbahnhof und die Gäubahn-Zuführung am Flughafen. Die Firmen sollten ihre Angebote bis zum 6. Juli 2016 abgeben, die Vertragslaufzeit 52 Monate betragen.

In einer Vergabebekanntmachung der EU teilte die Projektgesellschaft am Donnerstag mit, dass sie bis heute keine Aufträge erteilt habe. Die Ausschreibung werde „aufgrund der verstrichenen längeren Zeitdauer“ eingestellt. Die Aufträge sollen „in allernächster Zeit“ neu ausgeschrieben werden. Warum sie nicht vergeben worden waren, konnte am Donnerstag auf Anfrage nicht beantwortet werden.

Der Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte den Stuttgart-21-Projektpartnern Land, Stadt und Region Stuttgart sowie dem Flughafen im Oktober 2017 berichtet, dass die Bahn bei Ausschreibungen neuerdings mit „fundamentalen Abweichungen“, also sehr viel teureren Angeboten als erwartet, konfrontiert sei. Der Bahn-Aufsichtsrat erfuhr später von einer Kostenerhöhung von 6,5 auf bis zu 7,9 Milliarden Euro. Das Kontrollgremium berät am 26. Januar erneut darüber.

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