Die Dialog-Variante, bei der die heutige reine S-Bahn-Station unter den Terminals erhalten bleibt, und Fern- und Regionalzüge aus Singen in den neuen Flughafen-Fernbahnhof einfahren, kostet nach Bahnangaben 224 Millionen Euro zusätzlich. Foto: Leif Piechowski

Dsas Land soll sich bis zum 18. März äußern – Das Brandschutzkonzept wurde überarbeitet, die Rettungszeit bleibt aber bei maximal 23 Minuten.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn erwartet beim Projekt Stuttgart 21 nicht, dass sich Land und Stadt für einen veränderten Bau des Flughafen-Bahnhofs aussprechen. „Unsere Planung geht davon aus, dass wir die so genannte Antragstrasse realisieren“, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich bei einem Pressetermin. Die Partner hätten bisher keine Anzeichen gezeigt, dass sie sich für die im Filderdialog gefundene verbesserte Lösung einsetzen würden. Land und Stadt seien um eine Stellungnahme bis zum 18. März gebeten worden.

Die Dialog-Variante, bei der die heutige reine S-Bahn-Station unter den Terminals erhalten bleibt, und Fern- und Regionalzüge aus Singen in den neuen Flughafen-Fernbahnhof einfahren, kostet nach Bahnangaben 224 Millionen Euro zusätzlich. Spätestens im April wolle die Bahn ihre Pläne für die Mehrfachnutzung des S-Bahn-Halts zur Genehmigung einreichen, so Dietrich. Zuvor könnte der Lenkungskreis als oberstes S-21-Beschlussgremium tagen.

Zwei Milliarden Mehrkosten übernimmt Bahn

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Dirk Fischer und Stefan Kaufmann (Stuttgart) forderten das Land am Mittwoch auf, Mehrkosten aus dem Filderdialog und der S-21-Schlichtung in Höhe von 300 Millionen Euro zu übernehmen. Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) berichteten dem Bundestag-Verkehrsausschuss am Mittwoch über das Ergebnis der Sitzung des Bahn-Aufsichtsrates. Die Bahn übernimmt wie berichtet bei S 21 zwei Milliarden Euro Mehrkosten, wird eine Beteiligung des Landes aber einklagen.

Beim umstrittenen Brandschutz im Tiefbahnhof soll laut dem DB-Brandschutzbeauftragten Klaus-Jürgen Bieger nach Ostern ein abschließendes Gutachten vorliegen. Die von dem Schweizer Ingenieurbüro Gruner im September 2012 kritisierte Rettungszeit von bis zu 23 Minuten bleibe. Laut Bieger sagt sie nichts aus: „Entscheidend ist, dass alle Reisenden sicher aus dem Tiefbahnhof kommen“. Das werde nachgewiesen werden. Acht neue Fluchttreppenhäuser seien die „maßgebliche Maßnahme“, um die Selbstrettung zu gewährleisten. Behinderte könnten auch im Brandfall Aufzüge benützen, seien aber, wie in anderen Gebäuden auch, auf Hilfe angewiesen. Gruner hatte aus einem Handbuch der DB Station und Service AG für S-Bahnen und gemischten Reisezugverkehr maximal 15 Minuten als Rettungszeit abgeleitet. Für den Tiefbahnhof gebe es keine Vorgabezeit, so Bieger.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: