Im Schlossgarten wird für den neuen Tiefbahnhof gegraben Foto: Peter Michael Petsch

Mit 360-Grad-Panorama - Die Bahn hat Details zum Bau des Tiefbahnhofs in Stuttgart erläutert: Man liege zweieinhalb Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan, heißt es. Das könnte noch teuer werden.

Stuttgart - Seit Dienstag geht die Deutsche Bahn im Stuttgarter Schlossgarten für ihren neuen Durchgangsbahnhof in die Tiefe. 500 bis 600 Projektgegner demonstrierten nach Polizeiangaben gegen die Bauarbeiten. Das Stuttgart-21-Sprecherbüro und die Baufirma Züblin räumten bei einer Pressekonferenz erheblichen Zeitdruck ein.

Weil eine Genehmigung für die verdoppelte Grundwasserentnahme aus dem Schlossgarten fehlt, hat Züblin das Bauverfahren für die erste, 4000 Quadratmeter große Baugrube umgestellt. Man werde nicht 16 Meter, sondern nur wenige Meter tief graben und dann 800 Stahlbeton-Bohrpfähle herstellen, sagte Bauleiter Ottmar Bögel. Grundwasser solle „so spät wie möglich“ aus der Grube gepumpt werden.

Das veränderte Verfahren koste Zeit. „Wir haben den vorhandenen Puffer bereits in Anspruch genommen, es wird zum Ende hin knapp“, sagte Bögel. Eine Inbetriebnahme des Bahnhofs Ende 2021 sei aber noch möglich. S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich kritisierte das Eisenbahn-Bundesamt (Eba). Man habe für Juli mit der Genehmigung für die nachträglich geplanten Fluchttreppenhäuser im Tiefbahnhof gerechnet, müsse aber nun weitere Erklärungen zur Entrauchung liefern. „Wir wissen alle, dass wir zweieinhalb Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan sind“, sagte Dietrich. Wenn die Grundwasser-Genehmigung nicht bis September vorliege, „kommen die Termine ins Wanken“, so der Sprecher.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hatte für Stuttgart 21 im März 2013 die Kostenexplosion von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro gebilligt. Von Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer wurde erwartet, dass der Zeitplan gehalten werden kann. Ein Jahr Verzögerung würde 100 Millionen Euro kosten.

360-Grad-Rundblick vom Bahnhofsturm über die Großbaustelle:

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