Foto: dpa-Zentralbild

Fildertunnel: Untergrund am Ameisenberg soll stabil bleiben - Häuser werden angehoben.

Stuttgart - Um ihren neuen Tiefbahnhof im Trockenen bauen zu können, muss die Bahn AG Wasser aus den Baugruben pumpen. Nach dem Durchlauf durch eine Reinigungsanlage wird es über Brunnen wieder ins Erdreich gebracht. Solche Schluckbrunnen finden sich auch in der Nähe des Eugensplatzes und bei der Jugendherberge. Anwohner zeigen sich beunruhigt. Sie befürchten, dass der Hang durch die Wasserzufuhr ins Rutschen kommen könnte.

Am Dienstag verhandelte das Regierungspräsidium Stuttgart Einwände gegen Änderungen, die die Bahn beim Bau des Fildertunnels vornehmen will. Dessen je 9,4 Kilometer lange Röhren beginnen nahe der Sängerstraße. Zum Thema Grundwasser gebe es keine Änderungen, sagte Theo Westhoff, Geologe und Gutachter für die Bahn. Die Brunnen sollen gleichviel schlucken wie bisher. Was sich allerdings ändert, ist die Menge Wasser, die für den Bahnhof abgepumpt werden könnte. Drei Millionen Kubikmeter waren vorgesehen, dann wurden 6,8 Millionen beantragt. Die Bahn hat diese Zahl zurückgezogen. "Ich kann Ihnen keine aktuelle Menge nennen", ließ Anwalt Peter Schutz die Anwohner im Ungewissen. Auch wenn unten mehr abgepumpt werden würde, bliebe der Ameisenberg stabil, versicherten die Gutachter.

Tunnelbohrung soll leise von Statten gehen

Risse könnten aber entstehen, wenn einige Häuser, die knapp über dem Fildertunnel stehen, angehoben werden. Das sieht die Bahn an der Urbanstraße vor, um die durch den Tunnelbau hervorgerufene anschließende Geländesenkung ausgleichen zu können. Diese und andere Häuser werden in ein Beweissicherungsprogramm aufgenommen, mit dem Schäden dokumentiert würden. Der Eingriff am Tunneleingang geschehe nahezu "chirurgisch", so die Bahn. Das Gestein werde nur auf je 100 Meter Länge gesprengt oder abgegraben, dann werde gleich die Tunnelschale betoniert.

Der Wechsel auf der weiteren Strecke zum Einsatz einer Tunnelbohrmaschine soll die Anwohner weniger belasten als die konventionelle Technik. Der Vortrieb bringe "keine signifikanten Geräusche und keine spürbaren Erschütterungen", sagt der Lärmschutzbeauftragte Peter Fritz. Weil für die Tunnelschale Fertigteile verwandt werden, könne die Schalenstärke auf 60 Zentimeter reduziert werden, so Professor Walter Wittke. Die Fabrikfertigung der Teile steigere die Betongüte und mache Einsparungen möglich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: