Schon länger wird über einen Tunnel als Gäubahn-Anschluss auf den Fildern gesprochen. Von Montag an informiert die Bahn die Bürger über diese Pläne. Bereits vorab wurden einige interessante Details bekannt gegeben.
Wer sich für das S-21-Projekt auf den Fildern, insbesondere den Tunnel interessiert, durch den möglicherweise künftig die Gäubahn zum Flughafen fährt, hat in der Leinfelder Filderhalle die Möglichkeit, zwei Bahn-Mitarbeiterinnen mit Fragen zu löchern. Das Unternehmen richtet ein Bürgerbüro ein. Es ist von Montag, 28. März bis Donnerstag, 14. April, 10 bis 17 Uhr geöffnet. Noch aber gibt es keine „parzellenscharfe Pläne“ für den Verlauf der beiden Röhren, wie Thomas Türk, Leiter des Stakeholdermanagement der DB-Projekt-Stuttgart–Ulm GmbH, in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. Die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro werden also keine Auskunft darüber geben können, ob der Tunnel unter einem bestimmten Haus hindurch laufen soll.
Warum der Tunnel jetzt anders heißt
Fest steht, dass die 11,5 Kilometer langen Röhren nun Pfaffensteigtunnel genannt werden – nach dem Gewann im Sindelfinger Wald, in dem der Tunnel von der Gäubahn abzweigen und die Verbindung zum neuen Flughafen-Bahnhof und der Messe herstellen soll. Sie waren zunächst unter dem Begriff Gäubahntunnel als Alternative zum bisher geplanten Gäubahn-Anschluss auf den Fildern gehandelt worden. Robert Berghorn, der bei der DB für das technische Projektmanagement der Flughafenanbindung verantwortlich ist, sagte in der Sitzung zu, dass der Tunnel so gebaut werden solle, dass „der vorhandene Siedlungsbereich und damit auch private Häuser möglichst wenig unterfahren werden“. Die Schnellzüge würden in einer Tiefe von 40 bis 70 Meter unter der Oberfläche von Böblingen an den Flughafen fahren. „Das ist reichlich“, erklärte er.
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Der Pfaffensteigtunnel würde zunächst unter dem Wispelwald hindurch laufen, zwischen Musberg und Oberaichen unter der L 1192 durchtauchen, um dann bei Leinfelden unter den S-Bahn-Gleisen durchgeführt zu werden. Kurz vor der Messe würden die Röhren unter der Autobahn A 8 hindurch gefädelt werden. Der mögliche Tunnel würde dann im scharfen Bogen an der Station Flughafen-Fernbahnhof anschließen.
Welche Vorteile und Nachteile gibt es
Zehn Kilometer würden mittels einer Tunnelvortriebsmaschine erstellt werden. Der Erdaushub solle auf anderen Großbaustellen der Bahn wiederverwendet werden und über die nahe Autobahn A8 direkt abtransportiert werden. Will heißen, das viel kritisierte Erdlager in Oberaichen wäre dann nicht mehr nötig. Während der Bauarbeiten schließt die Bahn nicht aus, dass Geräusche der Tunnelbohrmaschine an der Oberfläche zu hören sein werden. Danach werden die S-Bahn-Anrainer aber keine Auswirkungen der Schnellzüge verspüren können. Die Bahn würde dann allerdings nicht, wie für die bisherige Planung zugesagt, zusätzlichen Lärmschutz an der bestehenden S-Bahn-Strecke finanzieren. Im Unglücksfall wäre für die Rettung aus dem Tunnel die örtliche Feuerwehr zuständig.
Wie lange der Bau dauern würde
Ob der Tunnel gebaut wird, ist noch nicht beschlossen. „Wir befinden uns in der Phase der Vorplanung“, sagte Thomas Türk. Bei diesem Tunnel handele es sich um ein Bundesprojekt. Der Bund hat aber noch keine Finanzierungszusage gemacht. Deshalb fährt man bei der S-21-Planung auf den Fildern weiterhin noch zweigleisig. Sollte das Projekt genehmigt werden, rechnet die Bahn mit einer Bauzeit von etwa sechs Jahren. Eine verlässliche Aussage, wann die Arbeiten starten können, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht getroffen werden, teilte ein Bahnsprecher unserer Zeitung mit. „Denn auch bei diesem Abschnitt gibt es ein gewisses Risiko, dass geklagt wird“, erklärte Florian Bitzer, Leiter des Gesamtprogramms Inbetriebnahme Stuttgart-Ulm.