Szenen wie diese an der äußeren Neuhauser Straße sollen der Vergangenheit angehören: Wenn die Umfahrung fertig ist, wird die Neuhauser Straße an ihrem äußersten Zipfel für den Verkehr gekappt. Foto: privat

Dass die Deutsche Bahn nun auf den Fildern mit dem Projekt Stuttgart 21 loslegen darf, heißt für Stuttgart-Plieningen: Sobald die Südumfahrung fertig ist, soll die Sperrung der Scharnhauser Straße vorangetrieben werden.

Plieningen/Filder - Vor wenigen Tagen ist bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn mit ihrem Projekt Stuttgart 21 loslegen kann. Bis dahin lag die Angelegenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und damit auf Eis. Die Richter haben nun die Klagen von Schutzgemeinschaft Filder und dem Naturschutzbund (Nabu) zurückgewiesen. Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf den Stuttgarter Stadtbezirk Plieningen.

Denn die dort geplante Südumfahrung aus Richtung Ostfildern/Neuhausen zur Autobahn war Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzungen. Der Straßenbau war allzu eng mit dem Projekt Stuttgart 21 verknüpft. Das Problem: Die Vor- und Nachteile der Südumfahrung sind zunächst nicht angemessen gegeneinander abgewogen worden. Inzwischen wurde nachgebessert: Die Bahn wird die Straße bauen und zunächst als Route für die Arbeiten an der ICE-Strecke Richtung Ulm nutzen. Wenn dann der normale Verkehr dort fahren darf, wird der äußere Zipfel der Neuhauser Straße – die bisherige Verbindung – gekappt.

Wie verläuft der Prozess nun?

Nicht nur die äußere Neuhauser Straße soll in Plieningen gesperrt werden, auch für die Scharnhauser Straße ist eben dies vorgesehen. Die Sperrung für Autos – nicht für Busse und den landwirtschaftlichen Verkehr – sei „nach dem Beschluss des Gemeinderats der Stadt Stuttgart ein wesentliches Element des Gesamtkonzepts von der Westrandstraße in Scharnhausen und der Südumgehung Plieningen“, teilt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart auf Nachfrage mit.

Bevor dort allerdings kein Durchkommen mehr sein wird für Autofahrer, seien noch einige rechtliche Schritte abzuarbeiten, so die RP-Sprecherin. „Zunächst wird der aktuelle Baulastträger, das Land Baden-Württemberg, die Straße zur Gemeindestraße abstufen“, so die Sprecherin. „Anschließend erfolgt die sogenannte Teileinziehung durch den neuen Baulastträger, die Landeshauptstadt Stuttgart.“ Zum Schluss folgt die straßenverkehrsrechtliche Anordnung, die Straße dauerhaft zu sperren. Wie lange sich dieser Prozess hinziehe, sei aktuell nicht abzuschätzen. Klar ist, dass er allerdings nicht angestoßen werde, bevor die Südumfahrung für Plieningen fertiggestellt sei.

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