Bis nach Echterdingen und nicht weiter? Die von der Bahn angekündigte Sperre der S-Bahn-Strecke wirft Fragen auf. Foto: N. Kanter

Damit müssen die Bauern rechnen, wenn das von der Bahn geplante Erdlager zwischen Musberg und Oberaichen erst einmal planfestgestellt ist. Soweit will es die Stadt Leinfelden-Echterdingen allerdings erst gar nicht kommen lassen. In ihrer Stellungnahme zum S-21-Filderabschnitt sagt sie nein zu einem Bodenlager in L.-E. und ja zu einem Interimshalt am Flughafen.

Leinfelden-Echterdingen - Gerade noch rechtzeitig hat der Gemeinderat am Dienstagabend die Stellungnahme der Stadt zum S-21-Filderabschnitt einhellig auf den Weg gebracht. Sie musste bis Mittwochabend beim Stuttgarter Regierungspräsidium sein. Leinfelden-Echterdingen sagt mit diesem Papier deutlich nein zum Bau eines Erdlagers auf der Gemarkung der Stadt. Die Kommune spricht sich zudem für einen Interimshalt an der Flughafenstraße nahe des Terminalgebäudes aus.

Dies sowie ein leistungsfähiger Busverkehr seien notwendig, um die von der Bahn geplante einjährige Sperre der S-Bahn-Strecke zwischen Echterdingen und Bernhausen abzumildern. Die Stadt will diese Sperre auch nur unter der Voraussetzung akzeptieren, dass bis dahin die Stadtbahnlinie U 6 bis zum Flughafen fertig gebaut ist.

S-Bahn-Sperre ist eine harte Nuss

Rechtsanwalt Armin Wirsing, der die Stadt in Sachen Stuttgart 21 berät, machte an diesem Abend deutlich, welche Auswirkungen das Projekt Stuttgart 21 für L.-E. haben könnte. Die Sperre der S-Bahn-Strecke für ein Jahr „ist eine harte Nuss“, sagte er. „Sie wird enorme Auswirkungen auf den Verkehr haben.“ In Sachen des zwischen Oberaichen und Musberg geplanten Bodenlagers für Erdaushub, erklärte er, dass die Bahn den betroffenen Bauern ihre Felder dort notfalls auch wegnehmen könnte. Zumindest dann, wenn das Erdlager dort planfestgestellt ist und sich die Landwirte und das Unternehmen nicht einigen können. Die Enteignung beziehe sich dann zwar nur auf jene Jahre, welche die Bahn das Gelände gedenkt zu brauchen. Im Anschluss sei der Boden dort allerdings so verdichtet, dass es weitere Jahre brauchen werde, bis die Bauern dort wieder einen vernünftigen Ertrag erzielen könnten.

Überwiegt auf den Feldern zwischen Oberaichen und Musberg der Artenschutz?

Armin Wirsing riet der Kommune beim Erörterungstermin auf eine saubere Prüfung alternativer Flächen seitens der Bahn zu bestehen, denn eine solche Prüfung sei bisher „sehr schmalbrüstig“ ausgefallen. Die Deutsche Bahn habe zwar ein weiteres Grundstück untersucht, dieses dann aber aus Gründen des Artenschutzes verworfen. Wirsing fragt deshalb: „Wurden die Felder zwischen Oberaichen und Musberg bereits artenschutzrechtlich überprüft?“

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat derweil das Gelände im Sindelfinger Wald, welches die CDU-Fraktion ins Spiel gebracht hat, nicht als eine mögliche Alternative in ihre Stellungnahme mitaufgenommen. Wirsing riet davon ab, weil diese Fläche weitgehend in einem Landschaftsschutzgebiet liege.

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