Stuttgart 21 - auch auf dem Kirchentag ein Thema. Foto: dpa

"Oben bleiben" auch auf dem Kirchentag: Vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof demonstrieren Gegner des Bauprojekts Stuttgart 21. Es lohne sich immer, unsinnige Großprojekte zu bekämpfen.

Stuttgart - Mehrere tausend Menschen haben am Samstag während des Deutschen Evangelischen Kirchentags gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 demonstriert. Das Milliarden-Bauvorhaben bleibe „ein Anschlag auf Natur, Kultur, Heimat und auf den gesunden Menschenverstand“, sagte der Publizist Franz Alt.

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Dass es sich immer lohne, gegen unsinnige Großprojekte zu protestieren, zeige die Geschichte des Atomkraftwerks Zwentendorf an der Donau, das fertig war, aber wegen dauerhaften Protestes nie in Betrieb ging. „Wenn ein zu 100 Prozent fertig gebautes AKW gestoppt werden kann, dann kann auch ein Bahnhof gestoppt werden, der noch nicht einmal zu 10 Prozent gebaut ist.“

Nach Angaben der Polizei waren rund 2000 Menschen auf den Platz direkt vor dem Bahnhof gekommen. Die Organisatoren sprachen anschließend von 7000. „Es ist höchste Zeit, dass unsere Politiker klug werden und die Fehlplanung aufgeben, statt weiter organisiert wegzuschauen“, sagte Martin Poguntke von den „Theologinnen und Theologen gegen S21“ in Anlehnung an die Losung des Kirchentags „damit wir klug werden“.

Die Gegner von Stuttgart 21 verteilten während des Glaubensfestes vielerorts Flyer mit der Aufschrift „Kann denn Bahnhof Sünde sein“ und Aufkleber mit „Jesus würde oben bleiben“. „Oben bleiben“ war der Spruch der Protestbewegung gegen das Projekt. Der Hauptbahnhof soll bis 2020 in einen unterirdischen Tiefbahnhof umgebaut werden.

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