282 teils sehr alte Bäume im Schlossgarten sollen wegen Stuttgart 21 gefällt werden. Foto: dpa

Wegen Flughafenanbindung liegt der S-21-Bahnhof teilweise im Park - Minimaler Spielraum.

Stuttgart - Für den Bau von Stuttgart21 muss der Mittlere Schlossgarten zwischen Bahnhof und Planetarium zerstört werden. Anfang 2012 dürfte die drohende Rodung im Park erneut für Konflikte sorgen.

Der neue Bahnhof greift in den Park ein, weil die Neuordnung des Bahnknotens eine direkte Anbindung des Flughafens an den Zug-Fernverkehr vorsieht. Die Lage des S-21-Bahnhofs quer zum alten Bahnhof wird dabei durch mehrere Faktoren festgelegt. Die Spielräume sind minimal.

Der Tiefbahnhof muss in Richtung Feuerbacher Tunnel gesehen oberhalb des heutigen S-Bahn-Tunnels liegen. In Richtung Fildertunnel muss er die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie unterqueren. Daraus ergibt sich auch eine Längsneigung des Bahnhofs nach Süden. Richtung Innenstadt liegen Klett-Passage und Stadtbahn im Weg; der Spielraum Richtung Park ist durch die erwünschte enge Verzahnung des Schienenverkehrs am Hauptbahnhof beschränkt.

Auch K21 würde Teile des Parks zerstören

Auch die von Heiner Geißler angeführte Variante eines abgespeckten Kopfbahnhofs mit einem Durchgangsbahnhof würde den Park belasten. Die Schneise würde mit vier statt acht Gleisen im Tiefbahnhof lediglich schmaler ausfallen. Auch die Variante K21 kommt um eine teilweise Zerstörung von Parkflächen zwischen Bahnhof und Neckar kaum herum.

Die Deutsche Bahn und die Stadt Stuttgart sehen in S21 auf Dauer einen Vorteil für den Park: Nach der für 2019/2010 geplanten Fertigstellung von S21 werden die nicht mehr benötigten oberirdischen Bahnanlagen abgebaut. Der Abstellbahnhof im Rosensteinpark kommt nach Untertürkheim. Insgesamt werden über 100 Hektar Innenstadtfläche frei, wovon 20 Hektar zur Erweiterung von Schlossgarten und Rosensteinpark genutzt werden. Weil die Stadt seit 2001 Eigentümerin aller Flächen ist, besteht bei der Parkerweiterung Gewissheit.

5000 Bäume werden neu gepflanzt

Bahn und Stadt werben auch damit, dass zwar rund 280 große Bäume (Stammumfang über 80 Zentimeter) im Mittleren Schlossgarten und am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz gefällt werden - im Gegenzug aber 5000 Bäume neu gepflanzt werden können. Zudem wird die Decke des Tiefbahnhofs als begehbare Grünfläche in den Park integriert.

Anfang 2012 will S-21-Projektleiter Stefan Penn mit dem Abriss des Südflügels beginnen sowie das Baufeld parallel zur Schillerstraße zwischen Bahnhof und Planetarium räumen. Bei einem Teil der gesunden Großbäume will man vorher versuchen, sie an einen anderen Ort zu verpflanzen. Kritiker bezweifeln, dass dies gelingt. Die Polizei erwartet - in Abhängigkeit mit der Volksabstimmung im November - erneut massive Proteste gegen die Bauarbeiten im Park.

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